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Dank des Wasserablasses für die Bezirksfahrt des Bezirks 2, gibt es diese Woche ein echtes Flussschmankerl: die obere Diemel. Als einer meiner ersten Kleinflüsse, zählte sie jahrelang zu meinen Lieblingsflüssen und auch heute freue mich jedes Mal auf eine Befahrung.

Nach einigen Anregungen habe ich übrigens die Beschreibung um die Könnensstufe und die Bootswahl erweitert.

Hierzu einige Erläuterungen:

Die vorgestellten Flussabschnitte werden in vier verschiedene Könnensstufe unterteilt. Sie sollen aber nur eine grobe Einteilung sein. Am Fluss ist jeder selber dafür verantwortlich, die Lage konkret einzuschätzen. Äußere Umstände, wie zum Beispiel Hochwasser können aus einem Anfängerfluss einen Fluss für Könner machen. Die vier Kategorien sind:

Anfänger: Man hat kaum Paddelerfahrung, kann aber das Boot gerade aus fahren; die Kondition ist noch nicht so ausgeprägt.

Fortgeschrittene: Gewisse Paddelerfahrung ist vorhanden, das Anlanden vor Wehren oder Baumhindernissen klappt in der Regel, man kann die Befahrung von Wehren einigermaßen beurteilen; gute Kondition

Könner: Ausgeprägte Paddelerfahrung auch auf schnell fließenden Kleinflüssen, Wehre und Hindernisse stellen keine Probleme dar und können gut beurteilt werden; die üblichen Rettungstechniken sind bekannt und können sicher angewendet werden; sehr gute Kondition.

Experte: große Paddelerfahrung, sowohl auf sehr kleinen schnellen Kleinflüssen, als auch auf Wildwasser; Wehre und Hindernisse stellen keine Probleme dar und können immer gut beurteilt werden; Wissen und sicheres Anwenden aller Rettungstechniken; die Zusammenarbeit in der Gruppe klappt hervorragend; sehr gute Kondition.

Bootswahl:

Drei Icons (im PDF) sollen die verschiedenen Bootstypen darstellen und geben ebenfalls nur eine Empfehlung.

WW-Kajak: PE-Boote, die man sonst auch im WW benutzt; sichere C1-Fahrer zählen hier auch zu

Wanderkajak: Tourenboote (GFK oder PE) jeglicher Art, auch mit Steuer

Kanadier: hiermit sind die breiten „Familienkutschen“ gemeint, in der mehrere Leute mitfahren können

Und noch ein paar Sicherheitshinweise:

Richtig ausgerüstet, ist eine Paddeltour gleich viel schöner. Dafür muss man nur ein paar Dinge berücksichtigen.

Wärmeschutzkleidung:

Beim Paddeln muss man nicht nur auf die Luft- sondern auch auf die Wassertemperatur achten. Es kann theoretisch immer vorkommen, dass man kentert oder ins Wasser muss um jemanden zu helfen (besonders auf Kleinflüssen). Neoprenanzüge sind dann eine gute Wahl, ebenso wie Trockenanzüge/-hosen. Selbst im Sommer schadet es nicht, mit einer Neoprenshorts unterwegs zu sein.

Paddeln im Winter nimmt eine Sonderrolle ein und wird später nochmal ausführlicher behandelt.

Schwimmweste und Helm:

Generell empfiehlt es sich immer eine Schwimmweste anzuziehen, daher wird auch bei den Beschreibungen nicht darauf hingewiesen.

Bei der Benutzung des Helms sieht es schon wieder ganz anders aus. Seen und große Wanderflüsse, wie Rhein oder Weser, müssen nicht mit Helm befahren werden. Kleinflüsse dafür schon, alleine weil man sich so vor herabhängenden Ästen schützt.

Bei vielen Flüssen in NRW hängt die Nutzung des Helms aber sehr vom Paddelkönnen und der Paddelintention ab. Anfänger sollten generell auf Flüssen mit kleineren Schwällen einen Helm tragen, sicher ist sicher. Auch wenn man einen Fluss paddelt mit der festen Absicht zu trainieren, sollte der Helm nicht fehlen. Ein Helm ist übrigens auch ein super Sonnenschutz und wer einen Helm als störend empfindet, sollte sich vielleicht Gedanken über einen Neuen machen 😉

Wurfsack und 1.Hilfe-Set:

Sollten immer dabei sein!

(auch als PDF zum Ausdrucken legende)

So, jetzt aber zur Flussbeschreibung. Viel Spaß beim Nachpaddeln!

Diemel (obere)

Länge: 22 km

Einstieg: Helminghausen (GPS 51.381386, 8.730199)

Ausstieg: Marsberg (GPS 51.461911, 8.851821)

Pegel: Stauseeablass 3m³/s

Kategorie: K (F)

Bootswahl: WW-Kajak

Die Diemel ist massentauglich, ein Kleinfluss für Einsteiger sozusagen (in Begleitung von erfahrenen Kleinflusspaddlern), außerdem ist sie durch den Ablass auch bei milderen Temperaturen zu befahren.

Größtenteils weit weg von jeglicher Zivilisation schlängelt sie sich durch ein ruhiges bewaldetes Tal. Gute Strömung sorgt für ein schnelles Vorankommen, einige Wehre bringen weitere Abwechslung.

2014 09 21_1496

In den letzten Jahren wurden einige Wehre renaturiert. Übrig geblieben sind dort nun verblockte Schwälle, die man gut als Übungsstellen nutzen kann. Baumhindernisse sind jederzeit möglich und stellen dann wohl die größte Schwierigkeit dar.

diemel1

Eine kleine Stufe, die so genannte „Badewanne“ kann je nach Wasserstand ziemlich rückläufig werden. Sie ist auf der rechten Seite ohne Probleme zu umtragen.

Alternativausstieg: Brücke nach Obermarsberg (GPS 51.438521, 8.836162), Fahrtstrecke dann 15,5 km.

Und das Ganze als PDF zum ausdrucken: tour-der-woche-diemel