Lange hat’s gedauert, aber nun ist der Bericht über unseren Paddelsommer endlich fertig: Unser diesjähriger Sommerurlaub führte uns diesmal in eher unbekanntere Gebiete nach Bosnien und Kroatien. Vor sechs Jahren waren wir zu Ostern schon einmal da gewesen (und waren begeistert), nun wollten wir mit den Kindern in der warmen Jahreszeit zurückkommen, neue Flüsse entdecken und die bekannten Flüsse im Sommer, bei NW kennenlernen.

Bevor wir allerdings richtig nach Süden durchstarten konnten, mussten wir zunächst einmal Samuel in Österreich abholen. Er hatte nämlich bereits eine Woche Wildwasserurlaub mit den Großeltern bei der Wildwasserwoche in Mooslandl hinter sich (leider mit teils sehr bescheidenen Temperaturen). Wir verbanden das Abholen mit einem kurzen Zwischenstop und gingen mit der KCW-Jugend paddeln.

Koppentraun, immer wieder schön

Da wir die nächsten Wochen alleine mit den Kindern unterwegs sein würden, nutzten wir den Tag, um ein bisschen schwerer paddeln zu gehen. Zur Koppentraun war es zwar ein bisschen Fahrerei, aber die Strecke ist so kurz, dass man sie locker zweimal fahren kann, so dass einer immer bei Jakob bleiben konnte (Samuel war an dem Tag auf der Salza raften).

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Ich machte die erste Tour, mit der kompletten Jugendtruppe (beim second run haben fast alle geschwächelt). Das Wetter war grandios, der Wasserstand ok. Schön war es auf jeden Fall. Die Koppentraun fahre ich immer wieder gerne, der Fluss fließt schön abseits der Straße, das Wildwasser ist spaßig. Vor allem muss man in den Kernstellen konzentriert fahren um die Ideallinie zu erwischen. Wobei ich ehrlicherweise immer mit dem G’schauten und Ung’schauten durcheinanderkomme, daher: die erste Stelle sind wir ohne zu besichtigen runter, die Linie war ziemlich eindeutig. An der zweiten Stelle stiegen alle zum Besichtigen aus. Die Jungs brauchten ganz schön lange, um eine Entscheidung zur Befahrung zu treffen. Das nutzte ich dann gleich mal aus, um die Stelle zweimal zu fahren. Einmal in meinem Boot und einmal in Sonjas Boot, die sich sehr schnell gegen eine Befahrung entschieden hatte (was ich persönlich gut fand, ich mag schnelle Entscheidungen am Fluss).

Paul hatte in der zweiten Runde auch seinen Spaß, endlich mal wieder Wildwasser!

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Jakob spielt am Ausstieg
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Paul mit Andi und Nils am Ende der Tour

Salza, der Klassiker

Weil das schlechte Wetter die Wasserstände die ganze Zeit so hochgetrieben hat, hatte Samuel noch keine Gelegenheit gehabt, die Palfauer Schlucht der Salza zu paddeln (außer im Raft, aber das ist ja schon was anderes). Da die Schlucht aber so unglaublich schön ist, wollten wir sie den Kindern zeigen. Wir waren an dem Tag ein ganz schön gemischtes Grüppchen von Leuten aus dem KCW, so gesehen sogar 4 Generationen im Alter von 2 bis 77. Unser Startpunkt war der Campingplatz in Wildalpen. Von da aus konnten wir uns mit den Kindern erstmal einpaddeln. Strahlender Sonnenschein betonte die schöne Landschaft und die Wasserfarbe leuchtet so grün-bläulich wie eh und je.

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Im Paradies
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Jakob heute nur so Semi-Begeistert
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Mit viel Erfahrung kann man auch den Bach runter treiben 😉

Jakob war an dem Tag sehr meckerig, weswegen wir schon früh eine Pause einlegten. Dabei stellte sich heraus, dass er einen Bärenhunger hatte. Als dieser gestillt war, konnten wir wieder richtig durchstarten. Und so ging es durchs Paradies an Erzhalden vorbei in die eigentliche Schlucht. Herrschte vorher noch reger Betrieb auf dem Fluss, so waren wir hier nun auf einmal ziemlich allein auf weiter Flur, und das, obwohl dies doch der schönste Abschnitt der Salza ist. Die Konglomeratfelsen schoben sich immer näher an den Fluss heran und es ging einige, fast schon wuchtige Schwälle hinunter. Gar nicht so einfach, Jakob hier einigermaßen trocken runterzubringen (das Wasser ist ja doch schon ganz schön kalt). Damit es Jakob nicht allzu kalt wird, hatte ich mir vorher schon überlegt, die schwerste Stelle der Schlucht, eine kleine Stufe mit fieser Locke, umzutragen. Paul tat es mir mit Samuel dann gleich, nachdem der dritte Zweier an dieser Stelle eine schöne Schwimmeinlage hingelegt hatte. Den Landgang der zwei Schwimmer nutzten wir für eine zweite Pause in atemberaubender Landschaft. Nach der Pause wollte Jakob gerne mit Papa weiterpaddeln und so machten wir den Paddlertausch und ich hatte mit einem Mal tatkräftige Unterstützung. Außerdem durfte ich mit einem Mal auch die Actionroute fahren und endlich durch die schönen Wellen preschen 😉 .

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So ein schöner Pausenplatz
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Samuel hat sich ein besonderes Plätzchen ausgesucht
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Weiter gehts!
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Jakob neben der Spur, auch das gibts mal bei Paddelkindern. Dann gehts halt mit Papa weiter

 

Aber insgesamt wird die Salza von da aus immer leichter bis man sich auf dem Rückstau des Kraftwerks der Enns wiederfindet und man aufeinmal nicht mehr von der Strömung getragen wird, sondern selber paddeln muss um voran zu kommen.

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So eine grandiose Landschaft
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Überall Konglomerat

Mur, eine flotte Tour

Am nächsten tag standen wir früh auf, denn wir hatten so einiges vor. Zuerst ging es mit dem Auto über Eisenerz ins Murgtal. Wir wollten die zweite Wanderstrecke (wie es im DKV-Flussführer steht) als Reisebach machen.

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Jakob will anscheinend eher schlafen als paddeln

So wandertourig war die Strecke dann aber nicht, sondern eher schönes Wildwasser I-II. Und es ging die ganze Zeit beständig abwärts, d.h. konstante Strömung, mal mit mehr Wellen, mal mit weniger.

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Jakob hilft fleißig mit

Das Murtal ist landschaftlich auch sehr schön, lediglich die Autobahn, die mehrfach den Fluss kreuzt, trübt das Bild (vor allem akustisch). Die Brückenpfeiler der Autobahnbrücken, die teilweise gefährlich im Stromzug stehen, sind auch die größten Schwierigkeiten dieses Abschnitts, ansonsten ist es ein toller Wildwasseranfängerbach.

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Wo ist nochmal die Autobahn?

Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir Samuel hier im Einer mitgenommen. Aber auch so in den Zweiern war es sehr schön. Die Kinder waren gut drauf und so suchten wir mit ihnen immer die „Actionroute“ durch die höchsten Wellen. Was mich darauf brachte, den Kindern ein tolles Lied aus dem Videoklassiker „Sickline 2“ vorzusingen. Das Ganze endete dann damit, dass Jakob für den Rest des Urlaubs, wenn einer „Action“ sagte, mit „second name“ antwortete.

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Actionline paddeln und singen macht müde

Nach dem Paddeln ging es dann weiter nach Slowenien, wir hatten uns gegen die teure Vignette entschieden und so juckelten wir über die Landstraßen, was entschieden mehr Zeit kostete, als wir gedacht hätten. Abends fanden wir dann aber rechtzeitig einen Campingplatz, der zwar eher so aussah, als würde man im privaten Garten schlafen (er war auch nicht viel größer), uns genügte er aber vollkommen. Entgegen vieler anderer Urlaube setzten wir in Slowenien, Bosnien und Kroatien diesmal nämlich nicht auf Wildzelten, da uns einfach die Erfahrungswerte fehlen (angeblich ist es wohl verboten und wird auch schonmal mit Geldbußen bestraft). Wer mehr dazu weiß oder irgendwelche Erfahrungen mit Wildzelten in diesen Ländern gemacht hat, kann es uns gerne wissen lassen.

Sava, wuchtiger als gedacht

Als zweiten Reisebach stand das untere Wildwasserstück der Sava auf dem Programm. Den Ausstieg in Hrastnik hatten wir schnell gefunden (der Kanu Club liegt aber auch ziemlich offensichtlich an der Hauptstraße), der empfohlene Einstieg hingegen machte schon größere Probleme. An der angegebenen Holzbrücke, war alles so zugewuchert, dass man von dort aus nicht wirklich gut zum Fluss kam. Nach einiger Sucherei fanden wir dann etwas unterhalb am linken Ufer einen geeigneten Einstieg.

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Die Holzbrücke am Einstieg

Die Sava war dann (wie oben schon geschrieben) wirklich wuchtiger als wir vorher gedacht hätten. Auf den ersten Kilometern war es zwar nie schwieriger als Wildwasser II, aber die Wellen waren verhältnismäßig hoch und ich konnte mit Jakob nicht immer kneifen. Er wurde das ein oder andere Mal recht nass, was dazu führte, das er keine „Actionline“ mehr fahren wollte.

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Jakob fliegt
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Zwischendurch mal ein kleiner Wasserfall von der Seite
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Und es ist wieder wuchtig

 

Nach der Hälfte der Strecke erreichten wir den Schwall ‚Prusnik‘, mit WW III die schwerste Stelle des gesamten Abschnitts. Laut Flussführer sollten es nur hohe Wellen ohne Verblockung sein, doch schon die Anfahrt zur Stelle war mit großen Felsblöcken verlegt. Bei viel Wasser teilt sich der Fluss wohl nach diesen Felsen, bei unserem Wasserstand ging nur im linken Arm Wasser runter, der rechte war nur ein großes Kehrwasser, bei dem das Wasser irgendwann in den Steinen versickerte. Da uns die ganze Sache etwas komisch vorkam, fuhren wir erst mal in den rechten Arm und stiegen aus, um die ganze Sache zu besichtigen. Und wir hatten eindeutig den richtigen Instinkt. Die Sava fiel an der Stelle über eine kleine Stufe, links ein ziemliches Loch und rechts eine Locke, die in das Loch reinzieht. Ansich nichts dramatisches (auch nicht schwerer als vllt. III+), aber mit den Kindern im Topo wollten wir das nicht unbedingt fahren. Also umtrugen wir die Stelle. Danach ging es auch noch gut runter, diesmal wirklich wie im Flussführer mit hohen Wellen und ohne Verblockung. Paul und Samuel preschten mitten durch die größten Wellen und Samuel hatte Spaß wie nur sonst was. Mit Jakob entschied ich mich für die Kneiferroute am rechten Rand mit kleineren Wellen und immernoch genügend Spaß für den kleinen Paddler.

Kurz vor Schluss war noch mal unsere ganze Aufmerksamkeit gefragt. An einer Fabrik mit einem gigantisch hohen Schornstein (ein sehr seltsamer Anblick in so einem bewaldeten Tal) stürzt die Sava eine Steinschüttung hinab. Nachdem ich kurz vom Land aus nach der richtigen Route geschaut hatte, sausten wir mit Karacho diese schöne schräge Rampe hinab. Es war so ein bisschen so wie eine Bootsgasse, weil es teilweise unten keine Widerwellen gab und man einfach nur schnell wurde. Jakob hatte vorher etwas Angst, nach der Befahrung war er aber begeistert und behauptete später sogar, er wäre einen Wasserfall gefahren (zu seiner Verteidigung: die Steinschüttung war schon recht hoch).

Ein tierisches Erlebnis hatten wir dann noch am Ausstieg: dort schlängelte sich eine kleine Wasserschlange ständig am Steg entlang. Für die Kinder natürlich besonders faszinierend.

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Dokumetation der Wasserschlange

Da wir schon früh mit dem Paddeln fertig waren, konnten wir nun die Strecke bis zum Vrbas in Bosnien locker durchfahren (auch dank guter und günstiger Autobahn in Kroatien).

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Ein seltener Anblick: eine Autobahn in Bosnien

Jajce, ein Ruhetag

Gerne wären wir direkt am nächsten Tag auf den Vrbas gegangen, denn er sah echt verlockend aus. Aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Bei Regenwetter wollten wir das schöne Schluchtstück nicht fahren. Als Alternative machten wir ein Sightseeingprogramm in der Stadt Jajce, schauten uns den Pliva-Wasserfall an (leider unfahrbar), Katakomben und eine alte Festung und gingen lecker esssen, als der Regen zu schlimm wurde. Am Nachmittag fuhren wir dann noch die Pliva hoch, um zu sehen, ob sie genügend Wasser zum Paddeln hatte, was der Fall war und so setzten wir sie auf unsere ‚to paddle‘-Liste für die nächsten Tage.

Vrbas, eine Herausforderung für den Paddelnachwuchs

Am nächsten Morgen wurden wir endlich wieder mit Sonnenschein geweckt und so stand einem Paddeltag auf dem Vrbas nix im Weg. Wir setzten direkt am Campingplatz in Krupa na Vrbasu auf der kleinen Krupa ein und paddelten auf dem eiskalten Bächlein die letzten 50 m bis zur Mündung. Samuel, diesmal im Einer unterwegs, schwebte über alle Steinchen drüber hinweg, während Paul und Jakob im Topo an einigen Stellen etwas schrappen mussten. Der Vrbas hatte dann aber genügend Wasser. Ein großes Kraftwerk oberhalb, welches leider die obere Schlucht zerstört hat, sorgt wohl für einen gleichmäßigen Ablass über das ganze Jahr hinweg.

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Auf der kleinen Krupa

Zunächst fließt der Vrbas durch ein breites Tal mit gleichmäßiger, guter Strömung und kleineren Schwällchen (WW I). Perfekt für Samuel um sich einzupaddeln. Nach ca. 8 km rücken die Felswände zum ersten Mal näher an den Fluss. Die Wellen in diesem Schwall (WW II) sind deutlich größer als zuvor und geben schonmal einen Vorgeschmack, auf das was noch folgt. Hier bilden sich an den Kehrwasserlinien ganz schöne Strudel, was Samuel mit seinem kleinen Einer ganz schön in die Bredouille brachte. Er wurde nämlich ordentlich abgesaugt, reagierte aber zum Glück auf mein Zurufen, gab Vollgas und entkam dem Strudel.

Danach weitet sich das Tal wieder und auch auf dem Fluss geht es wieder leichter zu. Doch schon von weitem kündigt sich der Höhepunkt der Tour an: die Tijesno-Klamm. Hier ist der Fluss nur noch halb so breit wie zuvor, die Wellen werden wieder höher, das Wasser pilzt an einigen Stellen ordentlich. An den beiden schwierigsten Stellen befindet sich eine Slalomstrecke, diese liegt direkt an der Straße und Paul hatte sie sich beim Autovorbringen vorher angeschaut und das ok gegeben, dass Samuel zumindest die erste Stelle auf jeden Fall fahren kann. Dieser war vor der Befahrung mächtig aufgeregt und er war sich auch kurz unsicher, ob er es alleine schafft. Doch nach gutem Zureden meinerseits wagte er sich die Stelle hinab. Er machte seine Sache super, folgte meiner Linie genau und hörte auch in den hohen Wellen nicht auf zu paddeln, seine erste IIIer-Stelle (also III- bei unserem Wasserstand). Ich war ganz schön stolz auf ihn, dass er so schön gefahren ist, während er vor allem erstmal sehr beeindruckt von allem war.

Vor der zweiten Stelle fuhren wir ins Kehrwasser. Im Gegensatz zur ersten, wo es nur geradeaus durch zwar sehr hohe Wellen ging, galt es in der zweiten Stelle erst ein Loch (und was für eins) und dann einen Stein auf der rechten Seite zu meiden. Da Samuel sich das nicht zutraute und er auch nicht im Päckchen fahren wollte, umtrug ich sein Boot (was da übrigens hervorragend an der Anlage der Slalomstrecke geht). Theoretisch hätte er die Stelle auch geschafft, falls aber was schief gegangen wäre, hätte er ein Negativerlebnis von seinem ersten schwereren Wildwasser mitgenommen und das wollte ich vermeiden. So war auf jeden Fall alles gut: Samuel hat er selbstbestimmt gehandelt und auf sein Gefühl gehört (eine wichtige Sache beim Wildwasser fahren) und er hat das Positiverlebnis einer gelungenen Befahrung einer III-Minus-Stelle.

Nach der Slalomstrecke geht es weiter durch die Schlucht, wildwassertechnisch wird es aber wieder leichter. Kurz darauf öffnet sich das Tal, Paul hatte bei der Ortschaft Karasovac einen schönen Ausstieg an einer Kiesbank gefunden, wo die Kinder noch schön spielen und planschen konnten.

Später am Nachmittag schauten wir uns noch die „Krupa-Wasserfälle“ an, die zwar eher kleinere Stufen als Wasserfälle waren. Durch die angeschlossenen Wassermühlen, die immernoch Mehl mahlen, ist ein Ausflug dorthin sehr lohnenswert.

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Die Krupa-Wasserfälle von oben

Pliva, durch die Nebelsuppe

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Schöne Morgenstimmung
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Ein Blick in die verlorene Vrbas-Schlucht

Drückend heiß war es am nächsten Tag als wir uns auf den Weg zur Pliva machten. Da die Pliva eher ein Wanderfluss ist und die letzten Kilometer über einen See führen, entschieden wir uns bei der Kleiderwahl nur für unsere Badeklamotten.

Ganz beschaulich ging es dann auch los, kleine Schwallstecken wechselten sich mit ruhigen Flachwasserpassagen ab. Das Wasser war glasklar und es gab viele Wasserpflanzen. Großer Wermutstropfen bei all der Idylle war leider die starke Verschmutzung durch Abfälle, hauptsächlich Plastikflaschen, die sich an den ganzen Wasserpflanzen ansammelten.

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Kleinflussidylle

Mit der Zeit schoben sich immer mehr Wolken über die Berge heran und mit bangen Blick nach oben, hofften wir, dem Regen noch zu entgehen. Doch es sollte nicht sein. Es fing heftig an zu regnen. Zum Glück hatten wir die Paddeljacken dabei, so konnten wir wenigstens Jakob, den armen kleinen Tropf, einpacken. Da es immernoch recht warm war, blieben Paul, Samuel und ich ohne Jacke. Ein unheimlicher und dichter Nebel zog über den Fluss auf, so dass wir nur noch 1-2 Meter weit sehen konnte, was für eine Nebelsuppe und wir mittendrin. Samuel spähte als Kundschafter vorne bei Paul im Zweier alles genau aus, nicht dass uns plötzlich ein Baumhindernis den Weg versperrt. Als wir gerade dachten, dass es besser würde, platzte ein mächtiger Gewitterschauer über uns nieder. Die großen Regentropfen schlugen mit so einer Wucht auf, dass Jakob vor lauter Handschmerzen sein Paddel nicht mehr festhalten konnte, dazu Donner und Blitz über uns. Schnell sahen wir zu, dass wir vom Fluss kamen. Unter einem Baum mit Bank fanden wir einen Unterschlupf, das Gewitter zog schnell vorbei, der Regen bleib aber. So machten wir erstmal eine Essenspause und hofften auf Wetterbesserung. Neben unserem Baum harrten drei Angler in ihrem Auto aus. Sie waren schon gut angtrunken und boten uns auch etwas Bier an, welches wir aber angesichts der Tageszeit (kurz vor Mittag) ablehnten. Den Kindern schenkten sie ein paar selbst gepflückte Pflaumen, die diese dankbar annahmen und mit Freude verspeisten.

Nach einiger Zeit ließ der Regen nach und wir konnten unsere Tour fortsetzen. Ganz langsam verzog sich dann auch die Nebelsuppe wieder und wir hatten wieder freie Sicht.

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Nur noch leichte Nebelsuppe

Dafür wartete nun auf dem Fluss eine Herausforderung auf uns. In der Ortschaft Jezero baut die Pliva nämlich ordentlich Gefälle ab. Zunächst geht es über ein kleines Schrägwehr runter, welches wir ohne Probleme fahren konnten. Danach führt ein Schwall auf eine Abbruchkante zu. Paul und Samuel fuhren zum Auskundschaften bis direkt an die Kante, nur um dann festzustellen, dass eine Befahrung im Zweier gar nicht so gut wäre. Paul stieg dann auf einer kleinen Insel im Fluss aus und zog den Zweier mit Samuel ans linke Ufer, wo man bei Niedrigwasser noch gut umtragen kann (bei mehr Wasser wäre ein Umtragen dort eher fraglich und rechts geht es gar nicht raus, man müsste bei viel Wasser also entweder fahren, was in der linken Hälfte gut gehen dürfte, oder rechts weiträumig umtragen). Danach war Paul so nett und zog Jakob und mich auch noch ans Ufer, im eiskalten Pliva-Wasser holte er sich dabei ein paar Frostfüsse.

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Die Stufe von unten aus gesehen

Nach der Stufe, die so anderthalb Meter hoch ist, geht es nochmal runter, diesmal über eine schräge Rutsche. Ich nahm mit Jakob die Kneiferroute auf der linken Seite und Paul fuhr mit Samuel im Hauptwasser. Dort bekam Samuel einen ordentlichen Schwapp vom Eiswasser ab und da er nur mit Shirt und Badebuxe bekleidet war, erschreckte er sich dementsprechend.

Wenig später teilt sich der Fluss, wir nahmen den breiteren, linken Arm und schon bald erreichten wir den Pliva-See. Wir zogen ordentlich durch und so langsam trocknete unsere Kleidung sogar wieder. Die Berge ringsherum sorgten übrigens für ein wunderbares Panorama. In der Nähe eines Hotels an einigen öffentlichen Grillhütten beendeten wir unsere Tour. Paul schaffte es sogar, mit dem Rad trocken zum Einstieg zu kommen, während wir drei am Ausstieg nochmals einen Regenschauer über uns ergehen lassen mussten (zum Glück hatten wir mit den Grillhütten einen guten Unterstand).

Von der Pliva aus fuhren wir dann noch weiter zur Sana. Dort übernachteten wir am Kanu Club von Kljuc (kein offizieller Übernachtungsplatz, aber wir haben lieb gefragt und für eine Nacht war das Übernachten dort ok).

Abends gab es dort noch ein heftiges Gewitter, aber wir hatten in weiser Voraussicht unser Tarp schon vorher aufgebaut.

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Dicke Gewitterwolken

Sana, durch eine schöne Schlucht

Durch das Gewitter hatte sich das zuvor glasklare Wasser der Sana etwas eingetrübt, der Wasserstand war aber nicht gestiegen. Wir fuhren von Kljuc aus auf einer Nebenstraße flussab bis diese zu einer Schotterstraße wurde. Nach der Mündung eines kleinen Baches auf der rechten Seite wählten wir unseren Einstieg. Theoretisch kann man auch noch weiter oben einsteigen, z.B. an der Brücke der Hauptstraße oder in Zgon, dann hat man noch eine, bei NW recht verblockte, IIIer-Stelle. Da Samuel heute mal wieder im Einer unterwegs war, wollten wir diese umgehen, außerdem wäre die Strecke sonst zu lang geworden (ich vermute sogar, dass man die Sana vom Bootshaus in Kljuc mindestens unglaubliche 30 km WW I-II [III] fahren könnte ohne Flussverbauung).

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Die IIIer Stelle von der Straße aus fotografiert

Auf unserem ausgesuchten Abschnitt schlängelt sich die Sana durch eine schöne Waldschlucht. Es gibt immer wieder Schwälle, die teils sogar ganz gutes Gefälle haben. Für Samuel genau das Richtige um sich auszutoben und die höchsten Wellen zu suchen. Paul und ich hingegen genoßen vor allem die Landschaft. Sattes grün im Mix mit beeindruckenden Felswänden- einfach schön anzusehen.

Direkt am Fluss führt die oben erwähnte Schotterpiste entlang, es gibt vereinzelt ein paar Häuser, die aber oftmals verlassen scheinen. Je weiter man flussab fährt, desto mehr Sommerhäuser säumen das Flussufer. Bei so schön gelegenen Sommerresidenzen kann man schon neidisch werden. Mit der Zeit wurde die Sana immer leichter und wir naturgemäß etwas unaufmerksamer. Aber nur genau so lange, bis Paul und Jakob mit dem Topo einen Pflock mitnahm und etwas stützen musste. Das schärfte unsere Aufmerksamkeit wieder, zum Glück, denn es kamen noch zwei Stellen mit Pflöcken im Unterwasser, die sogar noch etwas blöder lagen (als Anhaltspunkt: bei der Moschee auf der linken Seite). Am Ende der Tour war Samuel dann ganz schön gerädert.

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Samuel wortwörtlich „am Ende“

Aber auf der Weiterfahrt zur Una konnte er sich gut ausruhen. Landstraße fahren in Bosnien dauert nämlich deutlich länger als bei uns…

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Dementsprechend spät kamen wir dann am Camp Una in Bosanska Krupa an. Unser Glück an dem Tag: wir mussten nicht mehr selber kochen, sondern genoßen eine leckere Grillplatte und selbstgebackenes Brot, die auf Bestellung am Campingplatz zubereitet wurde.

Una Nationalpark, Landschaftssightseeing

Am nächsten Tag stand mal wieder Sightseeing an. Diesmal allerdings eher landschaftlicher Art. Wir fuhren die Una flussaufwärts um uns die Wasserfälle Strbacki Bug anzuschauen. Sie sind echt eindrucksvoll und zu gerne wäre ich die folgende Schlucht auch gefahren. Alleine ist das aber keine Option, da wohl auch einige gefährliche Stellen dabei sind. Als kleiner Tipp übrigens für alle, die auch in den Nationalpark Una wollen um die Wasserfälle zu bestaunen: nehmt Eingang Nummer 2 von der Hauptstraße aus, damit erspart man sich eine 12 km lange Schotterpiste.

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Strbacki Bug
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An der Burg Ostrovica mit Blick auf Kulen Vakuf und die obere Una

Den Nachmittag vertrieben wir uns dann am Campingplatz damit, im Fluss zu planschen und es uns gut gehen zu lassen.

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Samuel auf Erkundungstour

 Una, ein wirklich einzigartiger Fluss

Nach einem Tag Ruhepause war Samuel wieder fit, im Einer durchzustarten. Also ging es auf zur Grmusa-Schlucht der Una. Wir stiegen etwas unterhalb des klassischen Einstiegs bei einer Eisenbahnbrücke ein. Zum einen, weil 24 km Wildwasser für Samuel zuviel gewesen wären, zum anderen, weil es ab hier etwas leichter ist. Die Una hat viele Felsbarrieren gebildet, ist auf diesem Abschnitt aber kein klassischer „Stufenbach“, fast immer gibt es nämlich offene Durchfahrten mit schönen Wellen, WW I-II.

An diesem Tag wählten wir dann einen ganz besonderen Pausenplatz, mitten auf einer leicht überspülten Felsbarriere. Dort kam Jakob dann auch mal in den Genuss, ein kleines Stüfchen im Einer zu „fahren“.

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Ein schöner Platz für ein Päuschen, bei mehr Wasser aber nicht mehr vorhanden 😉
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Jakob erkundet mit Paul und Samuel die Wassermühlen in Bosanska Krupa

Im Ort Bosanska Krupa verwandelte sich der Fluss dann in ein öffentliches Freibad, badende Menschen überall. Mit unserer Sicherheitsausrüstung kamen wir uns ganz schön overdressed vor. Dass diese aber auch von Nöten ist, zeigten die zwei schwersten Stellen dieses Abschnitts, unterhalb des Ortes gelegen. Die erste ist eine verwinkelte Durchfahrt, WW II+. Samuel war sich nicht so sicher, ob er eine Befahrung sicher schafft. Zum Glück gab es abseits des Hauptarms eine hervorragende Kneiferroute mit einer tollen Rutsche. Samuel fuhr sie gleich mehrfach und auch Jakob durfte nochmal in Sammys Boot steigen.

Steffi in der Hauptströmung, die Kinder in der Kneiferroute, Samuel hilft Jakob die Stufe hinab

Die schwerste Stelle folgt dann ziemlich direkt im Anschluss an einem Restaurant mit Wassermühlen. Besonders nicht so versierte Wildwasserpaddler sollten hier vorsichtig sein. Mehrere Inseln teilen den Fluss hier. Wir wählten den Hauptarm und landeten auf einer Insel direkt auf Höhe der Stufe an. Samuel und Paul mit Jakob umtrugen die Stufe. Ich wählte die linke Durchfahrt (rechts war ein ziemlich dickes Loch). Diese Variante hat bei NW funktioniert, wie es bei höheren Wasserständen aussieht, müsste dann erkundet werden. Die Stelle kann man von der Straße aus aber gut einsehen.

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Danach hieß es für uns nur noch auspaddeln bis zum Campingplatz. Dort stand dann wieder ein ausgiebiges Geplantsche auf dem Programm (Nur der arme Paul musste zunächst in einer Affenhitze das Auto mit dem Rad nachholen).

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Leichtes Auspaddeln
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Samuel, überglücklich, hat einen neuen Lieblingsfluss

Ein Reise-Regen-Tag

Die kurze Zeit an der Una hatte uns hervorragend gefallen, doch wir wollten auch noch einige Bäche in Kroatien erkunden. Theoretisch ist der Weg von der Una zur Korana nicht allzu weit, doch an der Grenze mussten wir einige Zeit warten, so dass wir dann doch, trotz frühem Aufbruch, spät dran waren. Zudem fing es zu regnen an. Unseren eigentlichen Plan, die Korana-Schlucht zu fahren, verwarfen wir (vor allem wegen der Kinder). Stattdessen ging es zu den Plitvicer Seen. Die Wasserfälle dort waren auch sehr eindrucksvoll anzusehen, nur war es sehr voll, trotz des Wetters, und viele Besucher nahmen auch nicht unbedingt Rücksicht auf andere, weil zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Schade eigentlich.

Abends schliefen wir am Kamp Korana, ein ziemlich rudimentärer, aber sehr einsam gelegener Campingplatz (er kann auch gleichzeitig als Ausstieg der Korana-Schlucht dienen).

Korana, step-by-step

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Jakob bei der Tourenplanung (leider mit falschem Flussführer 😉 )

Der Paddeltag fing ja gut an. Statt am klassischen Einstieg in Slunj einzubooten, wollten wir uns mit den Kindern das Wildwasserstück kneifen und etwas unterhalb einsteigen. Laut Navikarte sollte etwas unterhalb auch ein Weg zum Fluss vorhanden sein. Dieser erwies sich aber nach dem Regentag als sehr sehr matschig/lehmig. Resultat: das Auto rutschte nur noch und wäre vielleicht sogar den Abhang runter, wenn der Motorblock unser rutschen nicht gebremst hätte. Nun hing unser linkes Vorderrad in der Luft, es ging nix mehr. Gerade als Paul los laufen wollte, um Hilfe zu holen, kam ein Einheimischer vorbei, der zu seinem Sommerhäuschen wollte. Mit Händen und Füßen verständigten wir uns und er machte sich auf den Weg, um einen Trekker zu organisieren. Kurze Zeit später kam er dann schon wieder, einen Freund mit (kleinem) Trekker im Schlepptau. Mit etwas Ruckelei bekamen wir das Auto zum Glück schnell wieder frei und durften es auf der Wiese vom Sommerhäuschen parken. Die beiden Einheimischen waren wirklich sehr zuvorkommend und zeigten uns sogar noch einen besseren Weg zum Fluss.

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Nach so viel Aufregung am Morgen, waren wir alle froh aufs Wasser zu kommen. Die Korana ist ein echter Stufenbach mit unzähligen Tuffstufen, die man bei NW alle problemlos fahren kann. An einigen Stellen sieht man noch alte Mühlen am Ufer, die die natürlichen Stufen als Wehre ausnutzten, ansonsten ist der Flusslauf ziemlich einsam gelegen. Dichter Wald wechselt mit schluchtartigen Passagen, einfach traumhaft. Zwischen den Stufen ist die Korana reines Zahmwasser und oftmals paddelt man zwischen hohen Wassergräsern wie durch ein Labyrinth.

Beeindruckende Landschaftsvielfalt

So schnell fährt man sich fest

Unsere Pause machten wir an einer der höheren Stufen und umtrugen diese im Anschluss dann auch. Fahrttechnisch ist sie nicht schwieriger gewesen als andere, nur wären die Kinder mit Sicherheit komplett getunkt worden.

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Umtragen nach der Pause

Obwohl die Strecke, die wir gefahren sind, nur 18 km lang ist, waren wir lange unterwegs. Der Campingplatzwart war trotzdem beeindruckt, uns nach 6 Stunden wieder zu sehen. Er meinte, andere Paddelgruppen hätten sonst eher 8 Stunden gebraucht. Das soll jetzt nicht abschrecken, denn trotz der Strapazen (vor allem wenn man vielleicht sonst nur wenig Flachwasser fährt) ist die Korana ein Traumfluss mit tollen Stufen und grandioser einsamer Landschaft!

Noch mehr Landschaftseindrücke von der Korana

Mreznica, paddeln auf einer Badewanne

Nach der Korana-Befahrung waren wir noch weitergefahren zur Mreznica um am Camp Slapic zu nächtigen. Dort trafen wir dann tatsächlich auch mal andere Paddler. Svenja und Flo wollten sogar zufällig das gleiche Stück wie wir paddeln und so schlossen wir uns kurzerhand zusammen.

Die Mreznica ist vom Charakter her ähnlich wie die Korana, nur dass die Staustrecken länger sind und die Stufen insgesamt höher. Durch die vielen Flachwasserstücke hat die Mreznica eine angenehme Badetemperatur von ca. 25°C (zumindest stand das so am Campingplatz angeschlagen). Das nutzte Samuel am Ausstieg dann auch mal ausgiebig aus und plantschte mit Svenja im Wasser während Paul und Flo das Auto nachholten.

Stufe, Stufe, Flachwasser

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Dieses Boot ist eigentlich ein Ferienhaus

Am Nachmittag machten wir uns dann langsam wieder auf den Weg Richtung Heimat. In Ljubljana übernachteten wir auf einen sehr seltsamen Wohnmobilstellplatz, der eher wie ein Parkplatz wirkte.

Ljubljanica, ein Wanderfluss in brütender Hitze

Eigentlich hatte ich die Ljubljanica als einen Reisebach ausgesucht, weil er aus einer Höhle strömt und man direkt am Höhlenausgang einsteigen kann. Als wir dort ankamen, mussten wir aber leider feststellen, dass das nur bei höheren Wasserständen möglich ist. Uns blieb nur der Einstieg ein Stück flussab.

Hier fliesst die Ljubljanica mit mäßiger Strömung durch das Ljubljaner Moor. Wir litten an diesem Tag sehr unter der großen Hitze und schnelle Wanderboote wären mit Sicherheit die bessere Bootswahl gewesen. Wenn man mal in der Gegend ist, dürfte eine Tour durch Ljubljana lohnender sein.

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Warten in der Hitze, wo bleibt Paul denn nur?

 Sava Dolinka, ein Reisebach mit wenig Wasser

Um die Rückreise weiter zu verkürzen, wollten wir noch einen Reisebach machen. Auf der Fahrt schwankten wir noch zwischen der Sava Dolinka und der Lieser. Da vorm Karawanken-Tunnel aber ein elend langer Stau war, hatten wir uns schnell entschieden und fuhren von der Autobahn ab zur Sava Dolinka.

Die Kinder wollten mal wieder einen Ruhetag machen und so wechselten Paul und ich uns einfach ab. Der Wasserstand war auf den ersten Kilometern sehr knapp, aber nach der Mündung eines Nebenbaches ging es gut. Es wurde etwas wilder, aber nie schwieriger als WW III-.

Wenig Wasser, aber viel Beschäftigung für die Kinder (sowohl am Ufer als auch nachher im Auto bei einsetzendem Regen)

Wiesent, ein allerletzter Reisebach

Die langen Reisestrecken mit Reisebächen aufzulockern, hat sich bei uns in den letzten Jahren echt bewährt. Das macht die fahrt für alle entspannter. Die Kinder müssen nicht so lange ruhig im Auto sitzen und Paul und ich sind nicht genervt von quengelnden Kindern (wobei unsere Autofahrtechnisch schon echt viel mitmachen). Um also die Rückreise von Slowenien aus zu verkürzen, wollten wir auf die Tiroler Ache gehen (Entenlochklamm). Doch in Österreich und Südbayern war durch den Regen der letzten Tage viel zu viel Wasser in den Bächen. Mit den Kindern wollten wir so nicht aufs Wasser gehen. Also suchte ich schnell nach einer Alternative, weiter nördlich gelegen, aber doch kein Wanderbach. Dabei stieß ich auf die Wiesent, in der Fränkischen Schweiz. Laut Flussführer leichtes Wildwasser und auf keinen Fall für Anfänger geeignet. Kaum am Einstieg angekommen, sahen wir uns aber mit diversen Leihbootfahrern konfrontiert, die scharenweise auf den Fluss gingen.

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Am Anfang ist es noch recht eng
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Ein beschaulicher Kleinfluss

Auf dem Fluss selber war das Aufkommen anderer Paddler dann nicht mehr ganz so hoch, weil es sich dann doch irgendwie entzerrt.

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So sehen die Umtragen an der Wiesent aus…
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Bewegende Hindernisse als neuer Schwierigkeitsgrad

Die Wiesent ist ein schöner Kleinfluss mit einigen Schwällchen und ein paar Wehren, die man leider nicht fahren kann. Als Wildwasser würde ich das Ganze nicht klassifizieren, die Wenne im Sauerland ist jedenfalls wilder. Samuel, der im Einer unterwegs war, hatte aber trotzdem seinen Spaß in den kleinen Wellen, die Landschaft tat dazu ihr übriges. Alles in allem ein schöner Urlaubsabschluss.

 

Wichtige Anmerkung:

Alle Flüsse, die wir in Bosnien, Kroatien und Slowenien gepaddelt sind, sind von massiven Kraftwerksverbauungen bedroht! Unsere Bitte an euch: schaut euch das genaue Ausmaß dieser Umweltzerstörung hier an (http://balkanrivers.net/de) und unterstützt die Initiative so gut ihr könnt. Redet darüber im Verein und auch mit Nichtpaddlern, macht damit auf die ganze Problematik aufmerksam.

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