Das kurze Megahochwasser letzte Woche (mitten in der Woche, so eine Frechheit) mussten wir leider ungenutzt verstreichen lassen. Aber der starke Regen hatte so weit vorgesorgt, dass am Samstag noch genügend Wasser für eine „kurze“ Tour da war. Die obere Lenne hatte zwar noch die besten Wasserstände, allerdings waren wir dort erst vor kurzem gewesen (bei Schneefall, brrr). Daher machten wir uns auf ins obere Ruhrtal. Der Wasserstand der Elpe, unsere erste Option, sah leider schon etwas dürftig aus. Also fuhren wir weiter zur Neger. Hier war der Wasserstand noch ausreichend, wobei ich die Neger noch nie bei einem so niedrigen Pegel gefahren bin. Bei so wenig Wasser ist sie definitiv leichter als sonst, weil sie einfach viel langsamer ist. Wir konnten sogar das Wehr direkt am Seeeingang fahren, welches sonst eher einen unschönen Rücklauf aufweist.

09 11 13_4307Das Wehr bei höheren Wasserständen (diesmal haben wir hier leider keine Bilder gemacht)

Das Wehr nach dem See sah dieses Mal auch fahrbar aus, wobei das Unterwasser sehr, sehr flach sein soll, was mich dann dazu bewog doch nicht zu fahren (es ist schon auch sehr hoch, für Sauerländer Verhältnisse).

09 11 13_4308Ein weiteres altes Bild, bei unserem Pegel war der Rücklauf nicht so groß

Abgesehen von diesen beiden Wehren gibt es auf der Neger keine herausragende Hindernisse. Bäume sind bei solchen Kleinflüssen ja Standard. Allzu viele gab es davon nicht, einige mussten wir umtragen, andere konnten sehr leicht umfahren werden.

20151205-88Ein Baum der schwierigeren Sorte, man konnte aber auch rechts übers flache Ufer drumherumroben (das stärkt die Bauchmuskulatur ;))

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Ein kleines Stüfchen

Das Negertal ist auf jeden Fall auch landschaftlich top. Das nahe gelegene Ruhrtal Richtung Winterberg mit der Bundesstraße ist ja mitunter ganz schön überlaufen. Das Negertal ist da eher beschaulich.

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Ortsdurchfahrt Brunskappel mit herrschaftlichem Häuschen

20151205-99Schönes Tal und flotte Fahrt

Nach der Neger ging es für uns dann auf der Ruhr weiter. Kurz nach der Negermündung folgt ein See, welcher am Ende wieder ein hohes, aber definitiv unfahrbares, Wehr hat. Das umtragen dort ist es etwas umständlich und wird durch ein Tor (was dieses Mal zum Glück offen war), Dornengestrüpp und Betonmauern erschwert. Wegen den ollen Dornen wollte ich also so früh wie möglich noch an der Betonmauer einsteigen. Mit dem Boot in der einen Hand schon fast am Wasser, brach der Ast (oder vielmehr Stamm eines Bäumchens) einfach ab. Um nicht die Mauer runterzusegeln (so anderthalb Meter) musste ich mein Boot loslassen. Blöd nur, dass ich die erste am Wiedereinstieg war. Nur gut, dass mein Boot schön brav ist und so lange seine Runden im Kehrwasser drehte bis Frodo es einfangen konnte. Was für eine dämliche Aktion, bei der ich mir auch noch meinen Schultermuskel leicht gezerrt habe.

Auf jeden Fall ist mir dabei eingefallen, warum wir sonst, wenn wir nur Ruhr fahren, unterhalb des Wehres einsteigen. Die restlichen Wehre der Ruhr konnten dann (bis auf eins) gut gefahren werden. Viele Wehre wurden dort oben mittlerweile auch zurückgebaut, was bei unserem Wasserstand (120 cm in Meschede) sogar ein bisschen Wildwasser bedeutete. Da wir schon spät dran waren, haben wir auf der Ruhr nur noch an einem Wehr Fotos gemacht. Es kommt kurz hinter der Elpemündung und wurde auch nicht von allen gefahren. Man muss es sich auf jeden Fall vor einer Befahrung anschauen. Links kann man es aber auch sehr leicht umtragen.

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Ein Wehr…

20151205-214…mit Autoboof

Fahrtstrecke: Neger: Siedlinghausen – Mündung   15 km (Mindestpegel: 120 cm)

                         Ruhr: Negermündung – Meschede    21 km (Mindestpegel: 90 cm)