Drei weitere Wochen Frankreich liegen nun hinter uns mit grandiosen Flüssen und bombastischem Wetter. Richtig schön los ging es schon auf der Hinfahrt. Basti hatte als Reisebach die Bonne vorgeschlagen, die wir alle noch nicht kannten.

Paul und ich teilten uns das Paddeln mal wieder auf und so paddelte Paul erst den oberen, leichten Teil auf glasklarem Wasser in einem einsamen Tal. Die Schwierigkeiten lagen hier bei WW II (III). Vor der folgenden Schlucht wechselten wir dann und ich durfte den wohl schönsten Abschnitt der Bonne befahren. Durch einen Felssturz und Arbeiten oberhalb eben jenem, darf man zur Zeit nur den oberen Teil der Schlucht bis Pont du Moulin fahren, gerade mal drei Kilometer, die aber sehr lohnenswert sind.

IMG_1652

Verblockung in einer wunderschönen Schlucht

IMG_1675Immer wieder wird’s eng

Schwierigkeiten bei unserem Wasserstand (5,95 m³/s in Entraigues)  WW IV (X), bei mehr oder weniger Wasser variieren die Schwierigkeiten sicher um einen Grad, denn die Bonne verläuft auf diesem Abschnitt meist in Klammen oder klammartig, alles ist sehr eng.

IMG_1686Zwischendurch überspannt weit oben eine Brücke den Fluss

Der berühmte Schlitz der Bonne kurz vor dem Ausstieg war meines Erachtens bei dem Wasserstand unfahrbar, zu groß die Gefahr, dass man sich verklemmt.

IMG_1703

Umtragen am Schlitz

Hierbei sollte man auch das angebrachte Hinsweisschild unbedingt beachten und sich vom Schild aus einzeln in das letzte Kehrwasser vor dem Schlitz vortasten (bei sehr viel mehr Wasser sollte man, wenn man die Bonne noch nicht kennt, sich die Situation zuerst einmal vorm  Paddeln anschauen; das geht einfach, indem vom Ausstieg dem Feldweg flussauf folgt).

IMG_1710Basti mit guter Laune 😉

Insgesamt hat der Bach bei Basti, Henrik und mir ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert, weil er so schön war. Auch wenn wir die ganze untere Schlucht (nicht der Teil mit dem Felssturz, noch eine andere) nicht gefahren sind, weil wir uns das unschön aussehende Wehr nicht getraut haben und sonst einfach keinen weiteren Einstieg in die tiefe Schlucht gefunden haben.

Am Sonntag ging es dann zum Guil, einem meiner absoluten Lieblingsflüssen. Paul und ich teilten uns das Paddeln sozusagen wieder. Wobei wir diesesmal auch ein kleines Stück gemeinsam fahren konnten, weil Julia und Louise den Schlossgraben und die Schutzengelschlucht nicht mitfahren wollten und dann netterweise auf die beiden Kinder aufgepasst haben.

IMG_1751

Im Schlossgraben

IMG_1761Gruppenbild mit Chateau Queyras

Paul hatte leider keinen guten Tag und ist zweimal in der Schutzeneglschlucht geschwommen. Er ist dann noch bis zu den Schleierfällen mitgefahren und hat dann dort aufgehört. Ich bin mit dem Rest dann noch bis in den Stausee runter.

IMG_1890Mit Style die Schleierfälle runter („Hauptsache das Bild wird gut“)

IMG_1994

Der Guil ist einer meiner absoluten Lieblingsbäche

IMG_2047Uschi in Action

Nach diesem wunderschönen Paddeltag standen erstmal fünf Tage Führungsfahrten auf dem Programm. Im Vorkurs der WWW ist es so, dass man für fünf Tage eine Gruppe hat und man als Fahrtenleiter die Bäche jeweils nach dem Können der Truppe raussucht. Ich hatte eine reine WW-Anfängertruppe, die bisher kaum WW-Erfahrung hatten, daher war die nächsten Tage nur auf Durance und dem unteren Guil unterwegs. Das ideale Trainingsgelände für Anfänger, am Ende der Woche waren alle fit im Kehrwasserfahren.

Paul war in der Zeit mit den Kindern so im Durancetal unterwegs zum Wandern, Sightseeing (Briancon ist sehr schön) und planschen am Badesee.

IMG_2119Rumspielen am Badesee in Eygliers

Abends hatte er dann auch mal die Gelegenheit paddeln zu gehen.

IMG_2307

Warten auf Papa und Samuel

IMG_2323

Abendstimmung an der Durance

Durance (3)

Kindertour am Abend

IMG_2345

Ausstieg am Campingplatz in St. Crepin

IMG_2358Samuel ganz cool

Am Samstag ging es nach dem vielen leichten Wildwasser mal wieder auf den Guil, diesmal mit der Jugendtruppe vom KCW. Wobei Paul ein paar wunderschöne Aufnahmen machte.

IMG_2391

Die Stufe im Schlossgraben

IMG_2485

Der ganze Trupp

IMG_2584

Die nicht ganz perfekte Route im Felssturz

IMG_2625

Weiter geht’s im Felssturz, entweder links lang…

IMG_2648

…oder rechts lang

IMG_2756

Jana, zum ersten Mal auf dem Guil

Weil Sammy sich den oberen Abschnitt von Aiguilles aus nicht getraut hatte (die Oma hatte bei der Hochfahrt im Auto erzählt, wie sich letztes Mal einer dort eine Platzwunde bei einer Kenterung zugezogen hat), paddelten wir nachher noch den unteren Guil. Samuel war begeistert von der Flussfarbe und der atemberaubenden Landschaft.

Unterer Guil (3)Samuel voller Elan

Da stand es natürlich nicht zur Diskussion, am nächsten Tag nochmal wieder zu kommen. Jakob ging diesmal auch mit aufs Wasser und Samuel startete im Einer.

IMG_2782 (2)Der untere Guil begeistert

Auch wenn die Strecke nur drei Kilometer lang ist, stellte sie eine große Herausforderung für Samuel dar. Der erste, etwas wuchtigere Schwall überraschte ihn so sehr, dass er ihn lieber mit mir im Päckchen fahren wollte. Er hätte ihn auch alleine geschafft, aber er soll sich ja auch sicher auf dem Wasser fühlen. Er schaffte es sogar ein paar Kehrwasser anzusteuern (wenn auch nicht immer ganz oben). Am unterspülten Felsen erklärte ich ihm vorher die Fahrtroute genau, schön vor dem Felsen rechts ins Kehrwasser, und Samuel nahm auch exakt die Route. Die danach folgende Stelle wollte Paul fotografieren, doch Samuel und ich kamen zu schnell hinterher. Kurzerhand trugen wir also wieder hoch. Samuel hatte große Backe und meinte, dass die Stelle toootal einfach wäre, immerhin ist er sie ja schon einmal gut runter gekommen. Er war dann ganz schnell von seiner großen Klappe geheilt, als er mitten in der Stelle aus Versehen ein Kehrwasser mitnahm und sich ungeplant drehte. Nun weiß er immerhin, dass man bei, für einen selber, schweren Stellen bei jeder Befahrung konzentriert bleiben muss.

IMG_2841

Samuel stoppt ungeplant im Kehrwasser…

IMG_2846

…und muss den Rest der Stelle ohne Vorpaddler runter

IMG_2865

Die Wellen lassen den kurzen Schrecken schnell vergessen

IMG_2886Sammeln im Kehrwasser

Nach dem Paddeln hatte Paul dann das harte Los, das Auto joggend nachzuholen, während die Kinder und ich noch ein bißchen Fluss planschten.

Montags ist in Guillestre Markttag, den besuchten Samuel und Jakob mit Oma und Tante, was Paul und mir mal etwas ganz seltenes ermöglichte: wir beide alleine, unterwegs auf Wildwasser. Das hatten wir so seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr. Um die Sache einfach zu halten, paddelten wir die Durance vom Campingplatz in St. Crepin bis nach Embrun und ließen uns dann dort abholen.

Abends nach dem Essen machten wir uns dann auf dem Weg zum Verdon (die Kinder blieben so lange bei der Oma). Für mich war es die erste Tour auf dem Verdon und es war einfach fantastisch. Da ich keine passenden Worte zur Beschreibung finde, lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen:

IMG_2914

Olli macht die Kamera startklar

IMG_2986

Am Vormittag/Morgen ist es noch schattig in der Schlucht

IMG_3019

Pure Freude ob der grandiosen Landschaft

IMG_3055

In der Passerelle

  IMG_3076

Nicht nur die Landschaft ist toll, auch die Wasserfarbe passt

IMG_3087

Basti in einer der Stufen

IMG_3106

Andi nimmt genau Maß für den Siphon

IMG_3162

Gruppenbild

IMG_3183

Immer wieder wirds klammartig

IMG_3187

Warten im Imbut

IMG_3208

Paul fährt in die erste Höhle

IMG_3221

Der Höhlenwächter hilft beim ersten Umtragen in der Höhle

IMG_3225

Nur die Letzte hüpft allein ins Boot 😉

IMG_3239

Und die nächste Umtrage, diesmal erst mit Klettern,…

IMG_3245

…Boot runterschmeissen…

IMG_3251

…und dann hinterher springen

IMG_3273

Einer der wohl schönsten Pausenplätze überhaupt

IMG_3275Blick vom Pausenplatz flussauf

DCIM115GOPROGruppenselfie!

IMG_3299Jana visiert den letzten Siphon an

Das anstrengenste am Verdon war übrigens das Slalomfahren um die Tretboote auf dem Stausee bei unglaublicher Hitze 😉

Nachdem wir also einen recht ausgefüllten Paddeltag am Dienstag hatten, ließen wir es am Mittwoch etwas entspannter angehen. Wir paddelten vom Campingplatz aus bis nach Embrun. Paul machte mit Jakob den Shuttle und Samuel und ich fuhren im Zweier. Nach einiger Überlegung wagten wir uns sogar Rabioux gemeinsam runter, für Samuel und mich wohl gleichermaßen aufregend.

IMG_3404

Chaos in der Rabioux

IMG_3453

Paul hilft Louise beim Hochrollen

IMG_3457

Fahrtroutenbesprechung

IMG_3465

Samuel, tief beeindruckt von dem dicken Loch, das vor uns liegt

IMG_3489

Einmal tief abtauchen…

IMG_3500

…und geschafft!

IMG_3723Cousin Jonas fliegt in der Spielstelle in Embrun

Nachmittags gab es dann DAS Begleitprogramm für die Kinder auf der Wildwasserwoche: das Bötchenrennen. Dabei treten selbstgeschnitzte Bötchen im Boatercross-Modus gegeneinander an. Jakob belegte mit seinem, von Paul geschnitzten „Knubbel“ den zweiten Platz, als Preis bekam er dafür (von Sport Schröer gesponsort) einen Trinkbecher.

Bötchenrennen (3)

Spannung pur für die kleinen Bootsbesitzer

Bötchenrennen (12)Ein Bötchen im gefährlichen „Brückenschwall“

Bötchenrennen (26)Jakob bei der Siegerehrung

Samuel hatte sich dieses Jahr zum ersten Mal ganz alleine ein Boot geschnitzt, halb Krokodil, halb Boot. Er schied zwar früh aus, was er aber nicht so schlimm fand. Immerhin hatte er beim Schönheitswettbewerb eine Stimme für sein Bötchen bekommen (was so ungefähr den dritten oder vierten Platz entsprach).

Am nächsten Tag stand dann ein weiterer Programmpunkt für die Kinder auf dem Plan: das Kinderraft. Ich machte mit Jakob das Shuttlebunny, während Samuel mit Cousin Jonas, Ole und Lia vom KCW und einigen anderen Kindern von Rabioux bis Embrun raftete. Man braucht nur in die strahlenden Kindergesichter schauen, um zu sehen, dass das Raften ein durchschlagender Erfolg war.

IMG_3764

Ein Gruppenbild der kleinen Rafter und der zwei Fahrtenleitern Melli und Jürgen

IMG_3769

Einmal probesitzen

IMG_3776

Samuel paddelstartklar

IMG_3809

Spaß in den Wellen

IMG_3832

Lautes quietschen an der letzten Stelle, die extra quer genommen wurde

Nach dem Raften durften alle Kinder nochmal üben im Wildwasser zu schwimmen, dabei lernten sie gleichzeitig schonmal spielerisch, wie es ist, mit dem Wurfsack gerettet zu werden.

IMG_3860

Jonas und Samuel planschen erst im Kehrwasser bevor es ins wilde Wasser geht

IMG_3877

Jonas mit der Mama und viel Spaß

IMG_3915Samuel lässt sich ins Kehrwasser ziehen, Melli muss alleine ans Ufer schwimmen

Paul war an diesem Tag übrigens mit der Jugendgruppe auf der Waldschlucht der Guisane unterwegs (ohne Bilder, weil ich ja die Kamera hatte).

Freitags machten wir uns auf den weiten Weg zum Ubaye. Bisher hatte ich den Ubaye fast immer nur in einer trüben, dunkelgrauen Färbung angetroffen, dieses Mal jedoch war er glasklar und für einen Gebirgsbach richtig warm. Damit alle paddeln konnten (bis auf Jakob), wechselten wir uns ab. Oma Sabine passte auf dem oberen Abschnitt von les Thuiles bis le Martinet auf die Kinder auf. Das Stück war so ganz anders, als ich es in Erinnerung hatte. Ich kannte es nur wuchtig mit viel Gefälle, bei unserem wenigen Wasser war es nun sehr verblockt bei großem Gefälle. Sehr spaßig auf jeden Fall mit tollen kleinen Stufen und Durchfahrten, die man präzise anfahren musste. Paul paddelte nur bis la Fresquiere mit, weil er Gesundheitstechnisch etwas angeschlagen war (worüber er sich etwas ärgerte, weil gerne noch die Royal Schlucht mitgefahren wäre).

In le Martinet stiegen dann Sabine und Samuel dazu. Für mich ging es also im Topo Zweier weiter. Der Ubaye blieb weiterhin verblockt, wurde aber deutlich leichter. Ein, zwei Stellen waren aber mindestens WW III+, weswegen ich hinten ganz schön kurbeln musste und Samuel vorne vor Freude quieken ließ. Samuel war sehr begeistert von seinem bisher schwersten Wildfluß. Zwischendurch legten wir eine kleine Pause ein, damit er von einem Felsen einmal in den Bach springen konnte (das hatte er zuvor bei einer Raftgruppe gesehen und wollte es auch mal ausprobieren).

Ubaye (1)

Ein schöner Fluss macht gute Laune

Ubaye (2)

Maßnehmen für den nächsten Schwall

Ubaye (12)

Jana und Paulchen in einem der wilderen Schwällen

Ubaye (16)

Kurz vor Schluss kommt eine kurze Klamm

Ubaye (15)

Andi in der Klamm

  Ubaye (22)Samuel, der wilde Hüpfer

Vor der Royal Schlucht stiegen dann alle, bis auf Andi und ich, aus. Weiter ging es dann mit Basti, Jan und Max, die an diesem Tag Führungsfahrten auf dem Ubaye gemacht hatten. Max war während der Wildwasserwoche mindestens 5 oder 6 Mal schon auf dem Ubaye gewesen. Daher kannte er alle Stellen in der Royal Schlucht schon auswendig und sagte bei jeder genau an, wie man sie fahren muss. Das war etwas ungewohnt und Andi und ich amüsierten uns etwas über den „Erklärbär“, aber eigentlich war es eine super Sache, weil wir dadurch fix und sicher wie sonst was alle Stellen runter sind.

Alles in allem war der Ubaye-Tag einer der besten Paddeltage im ganzen Urlaub mit nem geilen Bach, passendem Wildwasser für jeden und einer atemberaubenden Landschaft.

Es war ja immernoch Wildwasserwoche und eigentlich musste ich keine Führungsfahrten mehr machen, weil ich die Vorwoche schon gemacht hatte. Da viele Fahrtenleiter den Samstag als Abreisetag nutzen wollten, sprang ich dann ein und machte eine Führungsfahrt auf dem Guil (vom Tunnel bis in den See). Danach fuhren wir ins Byaissetal, um zu sehen, inwieweit die beiden Quellflüsse der Byaisse, der Torrent d’Oulse und der Chichin fahrbar sind. Fazit: Bei mehr Wasser durchaus auf kurzem Stück jeweils vor dem Zusammenfluss. Wunderbare Stufenkombinationen, da werde ich wohl bei höheren Wasserständen nochmal wiederkommen.

IMG_3958

Unterhalb des Cascade de Dormillouse kann man auf dem Chichin einsteigen

IMG_3970

Highlight der kurzen Strecke ist eine spektakuläre Doppelstufe, mit einer ca. 2 m hohen Stufe…

IMG_3964

…und einer Rutsche mit Kicker in einen großen Tumpf

Am Sonntag war für Paul der Urlaub dann zu Ende, er musste nach England zum Arbeiten. Dafür brachte ich ihn nach Turin zum Flughafen, während die Kinder bei den Großeltern blieben, die für ein volles Programm sorgten mit Kinderpaddeln und planschen an den warmen Quellen. Unterer Guil (14)

Mal ganz anders: Paddeln mit Oma (Opa hat mit Jakob das Auto umgesetzt)

Unterer Guil (19)

Kindertour: Janne zum ersten Mal im Boot mit Jakob’s Paddel

Heiße Quelle (9)

Jakob spielt Staudamm, während…

Heiße Quelle (11)…Jonas und Samuel in den tieferen Becken schwimmen

Bevor wir den Standort wechselten, gingen wir wenigstens noch einmal richtig wandern. Die große Hitze hatte uns bisher ein wenig davon abgehalten, aber eigentlich ist das Durancetal auch ein wunderbares Wandergebiet. Mit dem Tete de la Drayre machte Jakob seinen ersten Gipfel (auch wenn alle anderen Berge um uns herum viel höher waren).

Wanderung zum Tete de la Draye (8)

Kurz, aber an einigen Stellen ganz schön steil, ging es hinauf

Wanderung zum Tete de la Draye (51)

Samuel am „Gipfel“

Wanderung zum Tete de la Draye (89)

Wasser tanken an einem kleinen Gebirgsbach

Wanderung zum Tete de la Draye (90)Eine kleine Kletterpartie

Auf der Weiterfahrt nach Albertville machten wir wieder einen Zwischenstop an der Bonne. Der Wasserstand war zwar in den zwei Wochen mächtig gefallen, aber für die Schluchtstrecke reichte er trotzdem noch aus. Bedingt durch den niedrigen Wasserstand war die Befahrung deutlich leichter als beim ersten Mal, so dass alle Jugendlichen mitpaddeln konnten.

IMG_3999

Andi in der ersten Engstelle

IMG_4019

Umtragen ist manchmal auch nicht so leicht

IMG_4028

Paulchen meistert die Stelle mit Bravour

IMG_4058

Sonja mit viel Spaß

IMG_4075

Der ganze Trupp versammelt

IMG_4114

Jana nach dem Schlitz

An der Bonne (4)

Samuel wartet am Ausstieg: „Wo bleiben die denn nur?“

In Albertville angekommen, war es dort ziemlich warm und drückend (39°C) und wie nicht anders zu erwarten, knallte es an diesem Abend auch noch ordentlich (wie von da an jeden Abend).

IMG_4161

Ein Jakob im Pregewitter-Sturm

Weil wir nicht schon wieder so lange Auto fahren wollten, ging es am nächsten Tag zum Wanderstück der Isere. Nach einigen Schwierigkeiten mit den EDF-Leuten (EDF=Französischer Stromanbieter/Wasserkraft), hatten wir den passenden und erlaubten Einstieg an der Pont de Gilly gefunden. Samuel war dieses Mal mal wieder im Einer unterwegs, bewacht von Opa Andi, weil ich mit Jakob im Zweier fuhr.

Isere (3)

Samuel folgt Jakob und mir, begleitet von seinem „Bewacher“

Isere (11)

Cousin Jonas zählt fleißig seine Paddelschläge

Schwierigkeitstechnisch hat die Isere auf diesem Abschnitt leider nichts wirklich zu bieten. Samuel war auch etwas enttäuscht, er hatte sich den Fluss wilder vorgestellt und sich schon auf schöne Wellen gefreut. Das einzige wilde war eine kleine Blockstufe mit einem Loch dahinter. Die war dann wiederum zu wild für ihn ganz alleine und so fuhr er sie mit dem Opa im Päckchen.

  IMG_4188

Die einzige Schwierigkeit auf diesem Abschnitt, eine kleine Blockstufe

Pause an der Isere (6)

Spielen in der Pause, ein bißchen Abkühlung tut gut

Samuel schlug sich echt tapfer, aber es war an dem Tag einfach zu warm. Ohne Schatten auf einem Fluss mit nur wenigen Schwierigkeiten machten den kleinen Mann ganz mürbe. Die letzten zwei Kilometer (von immerhin 20) wurde er vom Opa abgeschleppt.

Isere (31)Alle Mann vollkommen fertig in der Hitze

Eigentlich war keiner so richtig begeistert von diesem Abschnitt und das lag nicht nur an der Hitze. Das Iseretal ist zwar landschaftlich noch ganz schön, dort unten aber vollkommen verbaut mit Autobahn und lauter Bundesstraße. Wildwasser war zudem auch nicht wirklich vorhanden, nur schnelle Strömung. Im Ganzen also eher ein enttäuschender Paddeltag.

Nach der Enttäuschung am Vortag wartete als nächstes ein echter Landschaftskracher auf uns: die Arve, die am Mont Blanc-Massiv vorbeifließt.

Mont Blanc Massiv (18)Grandiose Landschaft an der oberen Arve

Wir begannen unsere Tour auf einem linken Nebenbach, dem Arveyron. Dieser entspringt 2,5 km oberhalb vom Einstieg dem Mer de Glace, einem riesigen Gletscher. Dementsprechend eiskalt war auch das Wasser. Der Arveyron ist komplett begradigt und lässt sich gut mit dem Wort: Autobahn beschreiben. Denn hohes, gleichmäßiges Gefälle sorgt für eine Monstergeschwindigkeit. Es geht durch Wellen (WW III maximal) und unter einem hört man die Steine poltern.

IMG_4218

Kleine Kehrwasser gestalten das Einsteigen schwierig

IMG_4220Ein banger Blick ins neblige Ungewisse

IMG_4244

Stephan auf der Autobahn

Ein kleiner Rettungsbericht (mit wichtigen Lehren für uns):

Kurz vor der Mündung kommt eine Rücklaufstufe, die je nach Wasserstand mehr oder weniger ausgeprägt ist. Wir hatten übrigens einen sehr guten Pegel. Andi erwischte mit Sascha (der nicht so Kehrwasser sicher ist) das letzte Kehrwasser vor der Stelle, ich das vorletzte. Der Rest lag weiter oben am Ufer. Die Ufer sind gemauert und ziemlich hoch, man kommt also nur schlecht raus, von der Stufe sahen Andi und ich auch nicht so wirklich etwas. Während wir noch überlegten, was wir tun sollten, kamen von oben zwei Rafts angeschossen, die einfach mitten durch fuhren. Na super, wenn die das schaffen, kriegen wir das auch hin, war unsere Überlegung. Also, gesagt, getan. Da Andi noch Sascha festhalten musste, fiel es mir zu als Erste zu fahren. Ich fädelte aus dem Kehrwasser aus, überfuhr noch einen Wellenkamm und dann fielen mir fast die Augen aus, als ich das Riesenloch erblicke. Viel mehr als „Ach, du sch…!“ denken und Vollgas geben kann ich nun nicht mehr tun. Ich tauchte ein, meine Spitze schoss himmelwärts, noch während ich kerze, fing ich schon wieder an ordentlich loszuschaufeln. Kurz stand ich auf der Stelle, doch dann ging es weiter. Ich drehte mich um, um den Anderen zu zu rufen, dass sie besser umtragen, doch da war es schon zu spät. Andi und Sascha trieben zeitgleich aus dem Kehrwasser raus. Sascha auch noch mit aller Seelenruhe ohne irgendwelche Anstalten zu machen und mal los zu paddeln. Ich brüllte ihm zwar noch so laut ich konnte: „VOLLGAS!“ zu, aber zu spät. Schon hing er im Loch drin, Quersurf. Da direkt hinter der Stufe keine Kehrwasser waren, paddelte ich weiter runter bis ich eins fand, stellte mich ins Wasser, wuchtete mein Boot rauf. Andi war mittlerweile zu mir gestoßen. Er wollte das Boot nehmen, ich wollte Sascha mit dem Wurfsack rausziehen. Das Boot kam dann ziemlich schnell angeschwommen, nur Sascha nicht. Also kletterte ich die Mauer hinauf und schlug mich durch die Büsche flussauf. Sascha hatte es irgendwie geschafft alleine an Land zu kommen. Er war auf der anderen Flussseite, ich signalisierte ihm, dass er bis zu meinem Boot (das lag an einer Brücke) gehen sollte. Dann ging ich den anderen entgegen, um ihnen die Mauer rauf zu helfen. Stephan hatte es mittlerweile aber schon mit Paulchens Hilfe rausgeschafft und alle waren sicher am Ufer. Sie trugen das Stück bis zur Mündung dann. Wieder an meinem Boot angekommen, war Sascha nirgends zu sehen. Wir machten uns in alle Richtungen auf um ihn zu suchen, befragten Passanten, bis wir ihn endlich fanden. Er war schonmal weiter flussab gelaufen, weil er mich falsch verstanden hatte und er nach Andi gucken wollte. Dieser war derweil irgendwo in Chamonix unter einem Restaurant (ja, das geht da) und leerte das Boot aus. Da aber schon einige Leute anfingen, ihn besorgt anzuschauen, fuhr er mit dem Boot weiter zum Ortsausgang. Ich versuchte ihn anzurufen, aber mein Handy funktionierte irgendwie nicht (keine Ahnung warum, aber genügend Guthaben hatte ich eigentlich noch). Außer mir hatte keiner ein Handy dabei, nur Andi, der sonst wo war. Stephan joggte zwar einmal durch Chamonix durch, fand Andi aber nicht. Da es ja nicht weit bis zum Einstieg war, lief Sascha den Weg zurück, wir wollten ihn dann nachher einsammeln. Der Rest der Gruppe fuhr dann weiter. Nach kurzer Zeit stießen wir dann auf Andi, der ja das Boot, aber leider nicht das Paddel retten konnte. Melli und Sabine, unsere beiden Autofahrer für diesen Tag, waren auch schon da, um das Boot und dann Sascha einzusammeln.

Insgesamt ist bei dieser Rettungsaktion zwei wichtige Sachen schief gelaufen:

  1. Es ist besser mehrere Handys mitzunehmen, falls mal eins ausfällt
  2. Wenn Leute dabei sind, die noch nicht so lange WW paddeln, ist es wichtig, konkrete Ansagen zu geben (dann wäre Sascha nicht einfach verschwunden)

Zum Glück ist, außer einem verlorenen Paddel nix schlimmeres passiert. Das nächste Mal sind wir dann hoffentlich besser gewappnet.

Arve (1)

Wiedereinstieg auf der Arve

Arve (2)

Paddeln mit Blick auf das Mont Blanc- Massiv

Arve (3)

Hier ist die Gruppe schon wieder komplett

Nach dem Ort les Houches stürzt die Arve durch eine steile Schlucht hinab in ein weites Tal. Wir umfuhren die, ich denke unfahrbare, Schlucht und setzten unterhalb in le Fayet wieder ein. Sabine ist diesmal mit von der Partie, Melli und Stephan passten auf die Kinder auf und besichtigten noch die Gorges du Fier. Die Arve bietet auf dem unteren Abschnitt nur mäßige Schwierigkeiten bei schneller Strömung. Lediglich sechs wuchtige Blockwurfstufe auf den ersten Kilometern sind schwieriger, bei viel Wasser aber super spaßig und sauber zu fahren.

 So langsam aber sicher neigte sich der Urlaub dem Ende zu, als krönenden Abschluss sozusagen, ging es auf die obere Isere. An der Slalomstrecke in Bourg St. Maurice setzten wir ein.

IMG_4269In der Slalomstrecke

Leider war der obere Abschnitt der Strecke gesperrt, weil ein Hochwasser irgendwelche Felsen verschoben hatten. Weiter unten lag auch noch ein Baum drin, den man rechts umfahren musste und der, gerade als wir dran vorbei fuhren, geborgen wurde.

IMG_4292Ein Bagger für die Baumbergeaktion

Der Wasserstand sank auch mit einem mal sehr drastisch, wir denken wegen den Problemen in der Slalomstrecke. So war es auf den ersten Kilometern recht schrappelig, mit der Zeit wurde es besser, aber durch das wenige Wasser war die Isere etwas leichter als üblich. Nichtsdestotrotz war es wunderbarer Paddeltag in wunderbarer Landschaft.

IMG_4311 IMG_4317

Der Eingang zur Klamm

IMG_4335

Die Jugend in der Klamm

IMG_4347Top Landschaft, auch wenn die Wasserfarbe diesmal nicht mitgespielt hat

Am nächsten Tag teilte sich unsere Gruppe auf. Es war Samstag, also unser Rückreisetag. Die Jugendgruppe paddelte den Arc, während die Kinder und ich mit Melli, Stephan und Jonas eine Höhle besichtigten. Die Kinder sollten schön müde gemacht werden vor der langen Autofahrt. Der Plan ging auf, Jakob war nachher stehend KO und schlief viel, während Samuel ein vorbildlicher Beifahrer war (Paul war ja schon Zuhause).