Dank der heftigen Regenfälle der letzten Woche, hatten wir im Sauerland Wasser satt. Daher machten wir uns auf den Weg ins obere Lennetal, um dort die Veischede und den Hundembach zu fahren. Für Jakob und Samuel hatten wir keinen Babysitter, also machten wir aus der ganzen Sache einen Familienausflug und wechselten uns beim paddeln ab.

2015 01 11_2993Schneefall am Einstieg der Veischede

Zuerst stieg Paul auf der Veischede ins Boot. Am Anfang ist sie ein schmaler Graben mit typischen Baumhindernissen und einigen Drähten.

RIMG0438Die ersten Meter auf der Veischede (Foto von Samuel)

Die Veischede verläuft immer in Straßennähe, so dass man sich schon bei der Hinfahrt einen guten Eindruck vom Fluss verschaffen kann.

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Immer wieder…2015 01 11_3022

…dichtes Schneegestöber

In Bilstein wartet dann das Highlight der Veischede: echtes Wildwasser! Am besten wirft man vor der Befahrung des Katarakts einen Blick in den Fluss, denn quer liegende Bäume können hier echt zum Verhängnis werden.

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Erst geht es über eine schräge Rutsche hinab

2015 01 11_3051Und dann verschwindet die Veischede hinter der Kurve über einen kleinen Abfall

Nach dem Katarakt wird die Veischede leichter. Hier können dann auch weniger geübte Fahrer einsteigen.

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Kurz vor der Mündung kommt noch ein Wehr, dass man dieses Mal erst übers Schott rutschen musste

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Dann hatte man freie Fahrt hinab

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Immer wieder Schneegestöber

Samuel schaut immer wieder gerne zu, wie die Paddler den Fluss hinunterkommen. Auch diesmal stieg er mit mir aufs Wehr, um den besten Ausblick zu haben.

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In der Kälte den Paddlern zuschauen

Ganz spurlos war die Befahrung der Veischede an Paul nicht vorbeigegangen. Er war an einem anderen Schott an einem Nagel hängengeblieben und hat sich dabei die Paddeljacke aufgeschlitzt. Zum Glück war es nur die „Überziehjacke“ (-> alte Paddeljacke über der eigentlichen Trockenjacke).

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Die Risiken einer Kleinflussbefahrung

Nach der Veischede ging es dann also zum Hundembach, der nur wenige Kilometer oberhalb in die Lenne mündet. Endlich war ich dann mit Paddeln dran. Bei dem Pegel, den wir hatten (ca. 65 cm in Herrntrop), ist der Hundembach noch ein Stück schwieriger als die Veischede. Er hat zwar keinen Katarakt, aber dafür kontinuierliches Gefälle. Auf den ersten vier Kilometern geht es 60 Höhenmeter hinab, gepaart mit Baumhindernissen, niedrigen Stegen und einigen Drähten eine ganz schöne Herausforderung. Man hat also ständig was zu tun, so dass es auch bei niedrigen Temperaturen nicht kalt wird.

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Am Einstieg in Heinsberg

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Ein Drahthindernis im Oberlauf

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Limbo an den niedrigen Stegen

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Zwei Stege waren übrigens noch niedriger als dieser

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Samuel beobachtet mal wieder aus nächster Nähe2015 01 11_3112

Der Älteste und der jüngste der Shuttle-Crew

2015 01 11_3239Immer wieder Wellen und schnelle Strömung

Ab Albaum wird der Fluss breiter und einfacher (aber trotzdem eher nicht für Kleinflussanfänger). Es lauern jedoch weiterhin einge Hindernisse auf den Paddler.

RIMG0452_bearbeitet-1Ein Baum, quer überm Bach muss „überflogen“ werden.

Nach der Mündung des Hundembachs in Altenhundem, fahren wir noch ein kurzes Stück auf der Lenne. In den letzten Jahren wurde hier ein Schrägwehr zurückgebaut und die folgende Strecke renaturiert. Am Schulzentrum in Meggen endet unsere Tour dann. Am rechten Ufer kann man gut aussteigen, dort ist auch ein riesiger Parkplatz.

Die Veischede und der Hundembach sind beide Kleinflüsse, die, abgesehen vom Veischede-Katarakt, nicht als Wildwasser eingestuft werden. Trotzdem bedarf es einiger Erfahrung und vor allem technischen Könnens, um gut herunterzukommen. Besonders schnelle Reaktion und präzises Fahren ist gefragt, außerdem sollte man Kehrwasser auch gut rückwärts paddelnd ansteuern können.

Fahrtstrecken:

Veischede:  Oberveischede – Mündung  15 km (Bezugspegel Lenne/Kickenbach: 120 cm -> mehr ist besser, wir hatten über 200 cm)

Hundembach/Lenne:  Heinsberg – Schulzentrum Meggen  18 km (Mindestpegel: Herrntrop 50 cm)