Drei Paddler, zwei Kinder, kein Babysitter, aber Wasser. Wir brauchten also einen Fluss mit ständiger Straßenbegleitung, damit wir uns gut abwechseln konnten, und den man gleichzeitig nur bei guten Wasserständen paddeln kann. Man will ja jedes kleine Hochwasser ausnutzen. Die Volme erfüllte diese Voraussetzungen voll und ganz. Außerdem waren wir schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr dort gewesen.

Am Samstag war der Pegel noch deutlich höher, doch die Volme fällt leider ebenso schnell wie sie steigt und so hatten wir für die ersten Kilometer nur noch Mindestpegel (ca. 62 cm in Stephansohl). An ein paar Stellen hieß es für Melli und mich (wir paddelten das erste Stück gemeinsam), dass es etwas schrappte. Doch bereits nach ein-zwei Kilometern war der Wasserstand durch einige kleinere Bäche so weit angestiegen, dass der Pegel gut passte.

IMG_1490Oben auf der Volme

Im oberen Abschnitt gab es einige quer liegende Bäume. Die meisten davon konnte man ohne Probleme unter- oder überfahren. An zweien war es ein wenig eng. Den ersten davon umtrug Melli, beim zweiten hob ich ihre Spitze an, damit es besser passte. Zwischenddurch trafen wir die Fröndernberger und Albersloher mit denen wir sonst schon mal öfter paddeln gehen. Die Paddlerwelt ist halt klein. Zu zweit waren wir dann aber doch schneller als der große Trupp und so trennten sich unsere Wege wieder.

Kurz nach dem Pegel in Stephansohl am nächsten Wehr stand Paul bereit, um mit Melli zu tauschen. Das Wehr war vielmehr eine verblockte Stufe, die man sehr schön befahren konnte. Daher nahm Melli sie noch mit und stieg dann erst aus. Ebenso stieg Paul vor dem Wehr ein, um es noch mitzunehmen. Es war fast schon ein bißchen Wildwasser.

IMG_1480Wildwasserfeeling im verblockten Wehr

Auf das Wehr folgten noch einige andere. Bis auf eins konnten wir alle fahren (mit langem Hals oder Besichtigung von der Kante). Das unfahrbare Wehr hat eine holprige Anfahrt und kräfigen Rücklauf. Links kann man über eine verblockte Fischtreppe kneifen, das geht bei wenig Wasser aber ganz schön aufs Bootsmaterial.

IMG_1491Das unfahrbare Wehr

Abgesehen von den vielen Wehren, hat die Volme zwischendurch schon fast Wildwasser zu bieten (bis WW II). Egal, wie man das auf Kleinflüssen bewerten will, sorgen Schwälle mit ordentlich Wellen und schnelle Strömung stets für viel Spaß.

Fahrtstrecke: Kierspe – Brücke B 54   30 km (Mindestpegel: ca. 62 cm in Stephansohl)

Man kann auch weiter unten einsteigen (bei weniger Wasser/Pegel 55 cm) oder eher aufhören. Die Straße verläuft immer in Flussnähe.