Nach langer Abstinenz vom Wildwasser (knapp zwei Monate) waren wir endlich wieder in den Alpen unterwegs. Jeden Herbst zieht es uns ins Oetz- und Inntal. Die Flüsse dort sind einfach nur traumhaft.

Tag 1:

Inn: Kajetansbrücke – Mündung Sanna  34 km

Sanna: Ursprung – Mündung  8 km

Wir waren früh in der Nacht losgefahren, um den Tag direkt noch paddeln zu können. Der Rest der Truppe war schon da (an dem langen Wochenende waren wir 21 Leute in der Ferienwohnung). Aufgrund unserer Gruppengröße fuhr ein Teil zum Schweizer Inn (Ardezer) und die übrigen mit einer wenigen weiten Anfahrt von Tarrenz (Imst) aus zu den oben genannten Abschnitten, nach sieben Stunden Auto fahren schlossen wir uns natürlich denen an. Paul war noch etwas müde und so kam ich in den Genuss direkt lospaddeln zu können während er auf die Kinder aufpasste.

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Direkt vor der Tösener

Der erste Teil der Tour bis Tösens ist leichtes Wildwasser, besonders im Herbst bei wenig Wasser. WW II an einigen Stellen ist das höchste, was an Schwierigkeiten zu erwarten ist. Ab Tösens fängt – na klar – die Tösener Schlucht des Inns an. Im Sommer wuchtiges Wildwasser III-IV, war sie jetzt maximal III, aber trotzdem spaßig und einfach traumhaft mit türkisem Wasser und strahlendem Sonnenschein. An der Mündung des Kaunerbachs stieg dann ein Teil der Truppe aus.

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Die Prallwand in der Tösener

Bei der Hochfahrt hatten wir aber gesehen, dass das Wehr der Landecker komplett gezogen war, kurzentschlossen fuhren Andi, Dirk, Stephan und ich daher noch weiter. Es war schon ein erhabenes Gefühl problemlos unter dem meterbreiten Wehrschott herzugleiten. Mit dem hohen Gericht endete diese Ruhe mit einem Schlag. Auch bei Niedrigwasser wie wir hatten, wird eine Menge Wasser auf wenige Meter Breite bei hohem Gefälle zusammengepresst. Das Resultat: verdammt wuchtiges Wildwasser und verdammt viel Spaß. Die eigentliche Kernstelle haben wir, bis auf Dirk, dann links gekniffen. Für mich nur gut so langsam machte sich bei mir nach der kurzen Nacht dann doch die Müdigkeit breit. Ab der „Saugstelle“ wirds dann etwas leichter (weniger dicke Löcher). Dort trafen wir im Kehrwasser Paddler aus dem Nachbarverein, die Paddlerwelt ist halt klein ;).

In Landeck angekommen, war Paul dann wieder soweit fit, dass er auch noch Paddeln wollte. Die Kinder blieben in der Zeit bei Oma Sabine, während wir noch eben die Sanna fuhren. Ein sehr gelungener erster Urlaubstag!

Tag 2:

Venter Ache: Bauernhof Lehen – Zwieselstein  6 km

Oetz: Sölden – Huben  8 km

Oetz/Inn: Oetz – Haiming  11 km

Auch am zweiten Tag lachte uns die Sonne entgegen. Weil wir ja immer noch so eine große Truppe waren, teilten wir uns wieder auf. Ein Teil ging wandern, so auch Paul mit Samuel und Jakob. Und der andere Teil fuhr ins Oetztal. Es war der Tag des Sicklinerennens und das Tal war mit Paddlern an allen Ecken überfüllt. Wir waren früh dran und so erreichte am Einstieg der unteren Venter noch kein Sonnenstrahl den Bach. Es war ziemlich kalt, die Holzbrücke und Wiese war mit Rauhreif überzogen. Leider hatte ich keine Paddelpfötchen dabei, was darin resultierte, dass ich zwischendurch meine Hände nicht mehr spürte. Nichtsdestotrotz war es eine schöne Tour.

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Am Einstieg der Venter

Bei sehr wenig Wasser war die Venter sehr technisch, dafür aber viel langsamer als sonst, schwerer als WW IV wurde es an keiner Stelle. Ich fahre dort oben immer wieder gerne, besonders der ständige Wechsel zwischen kleinen Klammen und offenen Passagen ist landschaftlich und wildwassertechnisch wunderschön. In Zwieselstein angekommen, holten wir die Autos nach und fuhren zur Oberen Oetz.

An deren Standardeinstieg war es propevoll mit sich umziehenden Paddlern und parkenden Paddelautos. Dort trafen wir übrigens wieder Bekannte, was an dem Tag im Oetztal aber echt kein Wunder war. Wir brachten die Autos vor und mussten am Standardausstieg feststellen, dass der Parkplatz komplett überfüllt war. Daher entschlossen wir uns, eben 2 km weiter bis nach Huben zu fahren um dem Gedränge zu entgehen. Auf der oberen Oetz waren nun auch zwei Jungs, Henrik und Paulchen, aus unserer Jugendgruppe dabei. Wie es sich gehört, waren sie vor der Tour mächtig nervös. Im Söldenkatarakt wurden sie dann noch auf eine weitere Nervenprobe gestellt. Eine andere Paddelgruppe hatte angefangen einen Baum vom linken Ufer zu beseitigen, da er etwas in den Fluss ragte (über den Sinn dieser Aktion, besonders an einem Tag an dem die Oetz so hoch frequentiert ist, sag ich jetzt nichts). Diverse Wurfsackseile und später auch der Baum verzögerten unsere Weiterfahrt und liess einen Stau von mehreren Paddelgruppen entstehen. Für Paul und Henrik, angespannt bis aufs äußerste war das natürlich eine blöde Situation. Nach einiger Warterei ging es dann endlich weiter und wir alle konnten den Slalomparcours um Steine und durch Walzen voll geniessen. Auch die beiden Jungs machten ihre Sache gut, lediglich Paulchen musste einmal rollen.

oetz-1Hinterm Sölden-Katarakt

Als wir am Ausstieg ankamen, hatten wir späten Mittag und so entspann sich eine Diskussion, was wir noch machen können. Ich war für die Köfelser, andere für die untere Oetz. Da auf der Unteren nochmal alle Paddeln konnten, entschieden wir uns dafür. Im Nachhinein kann man nur sagen: Zum Glück! Denn als wir am Einstieg der Köfelser vorbeifuhren, parkten die Paddlerautos bis zur Hauptstraße. Wegen des Sicklinerennens, stiegen wir dann nicht am üblichen Einstieg, sondern eine Brücke später in Oetz ein. Bei wenig Wasser ist die untere Oetz deutlich leichter als sonst und wir konnten sogar das Brunnauer Wehr fahren. Auf dem Inn schaukelten wir dann durch den Rest der Imsterschlucht bis Haiming aus.

Tag 3:

Oetz/Inn:  Oetz – Haiming  11 km

Inn: Mils – Haiming  20 km

Der letzte Tag des langen Wochenendes, das hieß für einige von uns, dass es Zeit war nach Hause zu fahren. Nachdem ich zwei supergeile Paddeltage hatte, konnte Paul sich nun austoben. Damit auch die Nachhausefahrer noch paddeln konnten, ging es vormittags noch einmal zur unteren Oetz.

Nachdem dann die anderen weg waren, fuhren wir am Inn hoch nach Mils. Niedrige Wasserstände und hohe Temperaturen hatten uns zu dem Schluss kommen lassen, dass Samuel die Imsterschlucht durchaus im Zweier mitpaddeln kann. Er war sofort hellauf begeistert und wollte gerne mit Opa Andi zusammen fahren. Da ich ja das Auto mit Jakob nebenherfuhr, blieb mir nichts anderes übrig, als Samuel dann mit klopfendem Herzen dabei zuzusehen, wie er vorne im Topo mit supermotivierten Schlägen davonpreschte. Wie ich mir später erzählen liess, wich dieser Motivation eher ein Staunen über die „großen“ Wellen, so dass er das Paddeln völlig vergaß. Am Ausstieg war er komplett durchnässt, aber superhappy. Das freute mich besonders, da ich gehofft hatte, es würde ein positives Erlebnis für ihn werden. Direkt danach hat er auch verkündet, dass er von nun an jeden Herbst die Imsterschlucht mitpaddeln möchte.

DCIM115GOPROSamuel mit seinem Opa auf der Imsterschlucht

Tag 4:

Sanna: Ursprung – Mündung  8 km (2x)

Inn: Saugstelle – Sannamündung  7 km

       Saugstelle – Mils  20 km

Wieder ein Tag an dem ein Teil unserer Gruppe nach Hause musste. Daher fuhren wir vormittags wieder was schnelles. Es ging zur Sanna. Die hatte dieses Jahr leider, für mich, einen Rekordniedrigwasserstand. Dafür sah das glasklare Wasser, gepaart mit dem einfallenden Sonnenlicht einfach nur unglaublich unwirklich aus. Durch das wenige Wasser war die Sanna dann auch erheblich leichter und viel langsamer als sonst, Steinkontakt hatte man aber trotzdem nur selten. Weils so schön war, fuhren wir gleich zweimal.

sannaLucas im Pianserschwall

Danach ging es dann zur Landecker, dort paddelten wir ab der Saugstelle. Für Paul war der Wuchtwasserritt erstmal ganz schön beeindruckend, da er zuvor noch nie was vergleichbares gepaddelt war.

landecker

Wellenaction auf der Landecker

An der Sannamündung hieß es für mich dann raus aus dem Boot. Oma Sabine hatte dort zuvor die ganze Zeit mit den Kindern gewartet und gespielt. Damit sie auch noch paddeln konnte, fuhren sie, Andi und Paul dann noch auf dem Inn weiter. Dadurch, dass das Wehr oberhalb von Landeck hochgezogen war, war auch dementsprechend viel Wasser für diesen Abschnitt da. Bei schneller Strömung und maximal WW II, waren die drei dann sogar vor uns Autofahrern (wir mussten noch die Autos von oben holen) am Ausstieg.

Tag 5:

Inn (CH): Ortsende Susch – Scuol  22 km

Im Vergleich zum Wochenende war unsere Gruppe nun stark dezimiert. Außer uns vieren waren noch Oma Sabine und Opa Andi, Frodo und unsere Jugend Paulchen, Henrik und Rico da. Zudem hatten wir uns zum Paddeln mit Lucas und Bufti verabredet, da diese nur zu zweit unterwegs waren. Das Wetter versprach wieder gut zu werden und so beschlossen wir zum oberen Inn zu fahren. Sabine blieb mit den Kindern in Imst, da sie keine Lust auf die lange Autofahrt hatte. Die drei gingen in der Rosengartenschlucht wandern (eine sehr schöne Tour für Kinder, ein Klammsteig, für den man keinen Eintritt bezahlen muss).

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Ein Bild von Samuel aus der Rosengartenschlucht

Für Rico war die Ardezer noch eindeutig zu schwer und so musste er sich am Einstieg zur Scuolstrecke ans Ufer hocken und auf uns warten. Auch für Paulchen und Henrik war die Ardezer eine Hausnummer und sie waren wieder mal sichtlich angespannt. Doch zunächst ging es bei der Einfahrt in die Giarsun recht einfach und bei unserem Wasserstand auch steinig los. In den Schluchten selber ging der Wasserstand dann aber. Wobei ich zu Beginn in der Preußenschleuder ganz schön die Linie vermasselt habe und rechts und links gegen die Steine gedängelt bin (merke:bei wenig Wasser anders fahren als sonst), Paulchen, der hinter mir fuhr, machte es mir nach und fiel dabei auch noch rein. Zum Glück konnte er sich bei mir an der Spitze wieder hochdrücken. Abgesehen davon war die Giarsun schön zu fahren, auch wenn sich leider Wolken vor die Sonne geschoben hatte und es merklich kühler wurde (wir waren in den letzten Tagen ganz schön verwöhnt worden). Die letzte Stelle der Giarsun waren wir sonst immer links gefahren, diesmal fuhren wir, aus welchem Grund auch immer, ausnahmsweise mal mittig. Eine sehr gute Entscheidung! Dort kann man perfekt den Stein anschneiden und dann fliiiegen. Hat verdammt viel Spaß gemacht.

Die dann folgenden Ardezer ist ein wunderbarer Boulder-Creek. Verblockt, viel Gefälle, wie die Loisach halt ;). Auch wenn Bufti und Paulchen zwischendurch rollen mussten, kamen bis zum Bockschlitz alle gut runter.

DSCN4691Paul in der wunderbaren Ardezer

Über die folgende Situation kann man im Nachhinein lachen, in dem Moment war es aber durchaus ernst: Andi fuhr vor und dahinter Henrik. Bevor es in die Stufenkombination vor dem Bockschlitz hineinging, fuhren beide links ins Kehrwasser und Andi sagte zu Henrik: „Du musst jetzt hier links umtragen.“ Leider verstand er: „Du musst jetzt hier links runter.“ Und fuhr Andi brav hinterher nach rechts rüber direkt dahin wo ein großer Siphon war. Dafür hat er dann einen „minimalen“ Anschiss gekriegt. Nun hatte er nur das Problem, dass er die nächste Stufe auch noch fahren musste, um nach links zum umtragen rüber zu kommen. Das schaffte er dann sogar ziemlich gut, worüber wir alle endlos erleichtert waren. Den eigentlichen Bockschlitz trugen wir alle um, der ist bei dem Wasserstand nicht fahrbar. Am Zwergenfall (oder Himmelsgucker) stiegen wir alle nochmal aus um uns den Fall und die richtige Fahrtroute anzuschauen. Ich montierte meine Kamera auf mein Paddel um zu filmen, wie die anderen runter fahren. Paul und Paulchen entschieden sich dafür umzutragen. nach reiflicher Überlegung entschied Henrik sich zu fahren, verpasste die richtige Linie und tauchte für einige Sekunden komplett ab. Da er den restlichen Tag reichlich verwirrt war, haben wir die Vermutung, dass er ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum entdeckt hat. Er ist dann übrigens geschwommen, Orientierungsverlust unter Wasser. Frodo, Lucas und Bufti fuhren gleich zweimal, wobei Bufti es beides Mal nicht schaffte so wie gewollt runter zu kommen.

2014 10 07_1655Am Zwergenfall

Nach dem Zwergenfall wird der Inn leichter und sobald die Straße an den Fluss kommt, fängt die Scuol-Strecke an. Rico stand schon startklar am Ufer, es war wohl ziemlich langweilig gewesen, so lange auf uns zu warten. Ich fuhr die restliche Strecke für ihn vor und er machte seine Sache ziemlich gut. An einer etwas unscheinbaren Stelle zwischendrin hatten wir dann noch ein bißchen Action. Paulchen fiel rein und schwamm und auch Bufti brauchte seine Zeit um an der gleichen Stelle wieder hochzurollen. Beim Bootsbergen trat ich ins Wasser, dass dort leider etwas tiefer war als erwartet und so verschwand ich bis zur Hüfte im eiskalten Nass. Brrr! Doch trotz der ganzen Strapazen war es gelungener Paddeltag und alle waren supperhappy und zum Teil auch supergroggy. Die oberen Innschluchten sind einfach nur genial!

Tag 6:

Lech: Häselgehr – Brücke Stanzach-Weissenbach  18 km

Da wir am Tag zuvor alle voll auf unsere Kosten gekommen waren, waren nun Samuel und Sabine an der Reihe. Von Imst fuhren wir über das Hahntennjoch ins Lechtal. Unterhalb von Häselgehr verzweigt sich der Lech in einem breitem Kiesbett. Ich fuhr an diesem Tag das Auto mit Jakob nebenher und Paul paddelte mit Samuel im Zweier. Die beiden fanden die Strecke sehr schön und nach einer Stärkung zwischendurch, konnte Samuel dann mit voller Power mithelfen.

2014 10 08_1893Auf dem Lech, kurz vorm Ausstieg

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Auch alleine aussteigen muss geübt werden

Am Nachmittag schauten wir vier uns dann in Reutte die Burg Ehrenberg an. Nach einer kurzen Wanderung hoch zur Ruine hat man einen wunderbaren Ausblick ins Lechtal. Samuel und Jakob probierten sich dort dann als König Artus, genau wie in der Sage kann man versuchen, ein Schwert aus einem Stein zu ziehen.

Tag 7:

Oetz/Inn: Wellerbrücke – Silz  16 km

Nachdem Wochenende und dem Sickline-Rennen kehrte wieder Ruhe ins Oetztal ein und es waren kaum noch Paddler zu sehen. Diese Ruhe und die niedrigen Wasserstände (ich glaub wir hatten einen Pegel von 180 cm in Tumpen) wollten wir nutzen, um die Wellerbrücke zu fahren. Und so schleppten Andi, Frodo, Lucas und ich die Boote zur Holzbrücke. Nach kurzer Besichtigung ging es auch schon aufs Wasser. Ich fuhr vor, im TNT-Katarkt traf ich direkt am Anfang die Linie nicht richtig, so dass ich mich beinahe überschlug. Sabine, die vom Holzbalkon aus Fotos machte, vergaß daraufhin vor lauter Schreck weiterzufotografieren (vielleicht sind Mütter in solchen Situationen nicht die optimalen Fotografen). Danach wollte es bei mir nicht so richtig rund laufen und ich war sehr unzufrieden mit meiner gesamten Fahrtroute. Nur am Championskiller erwischte ich den richtigen Moment für den Boofschlag und kam richtig unten raus. Andi baute da eine ordentliche Kerze, wie er nachher erzählte (er war als einziger nicht davor ins Kehrwasser gefahren, sondern direkt runter).

2014 10 09_1739Im Championskiller

Frodo war mit seiner Befahrung auch nicht zufrieden, da er es zwischendurch irgendwie geschafft hatte, durch die Steine am Rand zu dängeln. Also trugen Lucas, Frodo und ich noch ein zweites Mal hoch. Diesmal fuhr Lucas vor, dann ich und zum Schluss Frodo. Beim Hochtragen hatte ich mir den TNT-Katarakt noch einmal genauer angeschaut, meinen Fehler von eben wollte ich nicht wiederholen. Ich fuhr weiter links an, passte den Boof richtig ab und von dan an zog es mich wie auf Schienen abwärts. Alles lief perfekt.

2014 10 09_1785Second run, double fun

2014 10 09_1795

Im TNT-Katarakt

Vor dem Championskiller fuhren wir wieder ins Kehrwasser nur um zu sehen, wie Frodo rückwärts angetrieben kam. Nach meiner bisher gelungenen zweiten Befahrung, musste ich im Championskiller dann leider rollen. Aber das war mir egal, die Wellerbrücke hat einfach nur Spaß gemacht. Den ganzen restlichen Tag hatte ich nur noch ein Dauergrinsen auf dem Gesicht.

2014 10 09_1836Lucas, Frodo und ich nach der Befahrung

Am Standardeinstieg der unteren Oetz stieg Lucas dann aus, für ihn und Bufti hiess es ab nach Hause fahren. Paul und die drei Jungs stiegen dazu. Ich fuhr wieder für Rico vor. Obwohl er auch ein Paddelkind ist, fährt er noch nicht so lange richtig Wildwasser mit. In diesem Jahr ist er vom alten Kendo umgestiegen auf die kleine Granate, seitdem sitzt er viel sicherer im Boot. Das zeigte er auch auf der unteren Oetz, so gut, dass Andi und ich ihn beide fragten, ob er auch das Brunnauer Wehr fahren wolle. Nach kurzer Überlegung entschied er sich für eine Befahrung, die ihm auch gut gelang. Alle freuten sich mit ihm im Kehrwasser. Paul, als letzter Mann, beschwerte sich nachher, dass er in dem Wehr hätte ertrinken können und wir hätten es nicht mitbekommen, so sehr hätten wir nur auf Rico geschaut.

In Haiming war wieder mal Fahrerwechsel angesagt. Sabine und Samuel stiegen dazu, Paul aus. Samuel war diesmal in seinem kleinen Einer dabei. Auf den vier Kilometern bis Silz gibt es keine besonderen Schwierigkeiten (Zahmwasser-WW I). Samuel paddelte zuerst voller Tatendrang los, doch nach den ersten Plumpsklos (nicht in der Fahrtroute) und Wellen, die in seinem kleinen Schiff ganz schön riesig waren, wollte er lieber im Päckchen weiterfahren. Also liessen wir uns treiben und schaukelten gemeinsam durch die Wellen, er hatte seinen Spaß dabei. In den ruhigeren Zwischenstücken und kurz vor Schluss traute er sich auch alleine zu paddeln. Sein Kommentar zu dem Stück: „Das war ganz schön aufregend!“

2014 10 09_1866Das „aufregende“ Stück kurz vorm Ausstieg in Silz

 Tag 8:

Inn: Kajetansbrücke – Mündung Kaunerbach  21 km

Inn: Saugstelle – Mündung Sanna  7 (2x)

Am Freitag fuhren wir noch einmal zur Tösener. Da ich sie diesen Urlaub schonmal gefahren war, war Paul nun an der Reihe. Es war estrem wenig Wasser und so waren die Wellen, ebenso wie die Schwierigkeiten nicht besonders groß. Bei dem schönen Wetter ist das Auto nebenherfahren mit den Kindern echt angenehm. Samuel, Jakob und ich konnte uns schön in die Sonne auf den Kiesparkplatz am Ausstieg setzen. Samuel schnitzte aus einem gesammelten Stück Holz ein Krokodil, ich häkelte eine Mütze und Jakob spielte mit dem Wollknäuel, Blättern, Steinchen und was er sonst noch so finden konnte. Während wir warteten, fiel der Wasserstand um mindestens 30 cm. Dementsprechend mau war der Wasserstand dann auch auf der Landecker. Wir paddelten nur das „Spaßstück“ ab der Saugstelle. Wo vorher hohe Brecher standen, waren nun nur noch kleine Wellen. Frodo war so enttäuscht, dass er kein zweites Mal fahren wollte und so setzte er mit Paul das Auto um. Allerdings war der Wasserstand wieder gestiegen und wir hatten denüblichen Spaßritt mit wunderbaren Wellen.

Tag 9:

Oetz: Brücke Köfels – Brücke km 55  7 km

Oetz/Inn: Oetz – Silz  15 km

Am letzten Paddeltag ging es dann endlich, auf meinem Wunsch hin, zur Köfelser. Durch das Hochwasser im Sommer hatte sich direkt am Einstieg ein hoher Abfall gebildet. Frodo und ich standen einige Zeit am Ufer und überlegten, ob wir fahren sollten. Am Ende entschlossen wir uns gegen eine Befahrung, es ist machbar, aber wenn man es verhaut, sind die Konsequenzen nicht gerade angenehm. Im Unterwasser lauern an vielen Stellen spitze Steine und der Fall ist weit unterspült. Doch auch ohne den Fall und bei den wenigen Wasser machte die Köfelser viel Spaß. Die Oetz rauscht hier fast wie über ein Geröllfeld hinab. Als letzten Schmankerl bevor es wieder in den Norden ging, paddelten wir alle gemeinsam die untere Oetz.

IMG_0706Action auf der unteren Oetz